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Coronavirus (COVID-19): Hilfe im medizinischen Bereich - Spitalnetz - Schule vor den Ferien

Über 600 Personen aller Berufsgattungen möchten im Kampf gegen die Folgen des Coronavirus tatkräftige Unterstützung leisten. Rund die Hälfte aller Personen hat Interesse für Einsätze im medizinischen Bereich angemeldet; Kurse und Ausbildungen haben begonnen. Alle Spitäler des Appenzellerlandes schliessen sich zu einem Spitalnetz zusammen. Kooperationen und gegenseitige Unterstützung ermöglichen eine bestmögliche Vorbereitung. Das Ausserrhoder Schulwesen reagiert dynamisch auf die Umstände. Der Fernunterricht ist gut gestartet. Für Schülerinnen und Schüler, die im Sommer einen Abschluss vor sich haben, werden Vorkehrungen getroffen.

Ausbildung der Helfenden

Der vom Kanton koordinierte Pool von 600 freiwilligen Helfenden wird insbesondere die Fachleute in den Spitälern und Heimen unterstützen. Rund 60 Personen aus dem Pool können ohne weitere Ausbildung bei Bedarf direkt eingesetzt werden. Sie sind aktuell in medizinischen Berufen tätig. Bereits in dieser Woche absolvieren 140 weitere Personen einen Repetitionskurs oder eine eintägige Grundausbildung, darunter Pflegefachpersonen, Fachangestellte Gesundheit und medizinische Praxisassistentinnen oder Pflegehilfen SRK. In den Kursen werden Fachkenntnisse aufgefrischt oder Grundwissen vermittelt. Für alle übrigen Helfenden sind weitere Kurse vorgesehen.

Koordiniert und organisiert wird die Ausbildung der Helferinnen und Helfer durch die Klinik Hirslanden am Rosenberg mit Unterstützung von weiteren Privatkliniken des Kantons. Die Schulungen werden entsprechend den Vorschriften in Kleingruppen, in separaten Räumen und mit den vorgeschriebenen Abständen voneinander durchgeführt.

Ausserrhoder Spitalnetz

Aufgrund der Erfahrungen in Nachbarländern ist auch beim hiesigen Fachpersonal mit Ausfällen zu rechnen. Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR), alle privaten Kliniken des Kantons (Berit Klinik, Klinik Hirslanden am Rosenberg, Klinik Gais, Rheinburg-Klinik) und das Spital Appenzell haben sich zu einem Spitalnetz zusammengeschlossen. Alle Kliniken stellen ab sofort ihre verfügbaren Ressourcen für die Bewältigung des erwarteten Anstiegs von Corona-Patientinnen und -Patienten zur Verfügung. Die Koordination der Arbeiten erfolgt unter der Führung der Behörden von Appenzell Ausserrhoden, dem Departement Gesundheit und Soziales und dem kantonalen Führungsstab.

Die bestehende Infrastruktur in den Kliniken wird stufenweise ausgebaut. Stationen werden für Corona-Patientinnen und -Patienten umgenutzt. Über alle Kliniken und Spitäler hinweg können mindestens 200 Betten für Corona-Patientinnen und -Patienten aktiviert werden, bei Bedarf mehr. Falls alle Covid-19 Betreuungsplätze im Spital Herisau besetzt sein sollten, sieht das Behandlungskonzept des SVAR weitere Plätze in folgender Reihenfolge vor: Klinik Hirslanden am Rosenberg, Berit Klinik und Spital Appenzell. Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden ist erfreut, dass die Zusammenarbeit zwischen den Spitälern und dem Amt für Gesundheit in der aktuellen Situation gut funktioniert. Aktuell stehen in Appenzell Ausserrhoden zwölf IPS-Plätze und zwölf Beatmungsgeräte zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Kapazität auf bis zu 20 Plätze erhöht werden. Das dafür zusätzlich benötigte medizinische Fachpersonal wird derzeit geschult.

Es wird zudem ein Personalpool aufgebaut, um die Koordination des Spitalpersonals unter den Kliniken sicherzustellen. Dafür stellen die Berit Klinik und die Klinik am Rosenberg Kontingente von Mitarbeitenden zur Verfügung. Alle beteiligten Spitäler, Unternehmen und Ämter übernehmen Verantwortung und bringen ihre jeweiligen Stärken ein.

Vor den Spitälern Herisau und Heiden sowie vor dem Spital Appenzell wurden Container zur Triage von Patientinnen und Patienten aufgestellt. Auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung neben den erwarteten Corona-Fällen ist gewährleistet. Der Notfall sowie die Grundversorgung samt Geburtenabteilung im Spital Herisau sind sichergestellt. Das Spital Heiden soll möglichst von Corona-Fällen frei gehalten werden und ist für die Grundversorgung der Bevölkerung vorgesehen.

Dynamisches Schulwesen

Gemäss Bundesratsbeschluss wird seit fast drei Wochen auf den Präsenzunterricht in den Schulen verzichtet. In allen Schulen des Kantons wird mittels digitaler Medien, mit Repetitions- oder Projektaufträgen gelehrt und gelernt. Dank des grossen Engagements aller ist der Fernunterricht gut angelaufen. Die anstehenden Frühlingsferien dienen der Erholung, noch ohne zu wissen, mit welchem Lernsystem es danach weitergeht. Schülerinnen und Schüler werden von ihren Lehrerinnen und Lehrern aktiv unterstützt. Schulische Leistungen werden je nach Schulstufe unterschiedlich gehandhabt. Der Kanton schenkt der Chancengleichheit unter allen Lernenden ein besonderes Augenmerk.

Die Kinderbetreuung ist auch während den Schulferien sichergestellt. In Anspruch nehmen können das Angebot aber nur Eltern, deren Einsatz für die Bewältigung der Krise unverzichtbar ist. Die Schulen bieten gemeinsam mit den Gemeinden ein Angebot für Kinder aus den eng definierten Elterngruppen an.

Dem Departement Bildung und Kultur ist es wichtig, dass jede Ausbildungsstufe schweizweit eine möglichst einheitliche Lösung findet.  Derzeit arbeiten Bund, Kantone und Berufsverbände daran, Jugendlichen, die im Sommer 2020 die Volksschule, eine Lehre oder die Matura abschliessen, einen reibungslosen Übertritt in die nächste Ausbildungsstufe zu ermöglichen. Individuelle Lösungen liegen derzeit in Varianten vor und werden nun schweizweit abgestimmt. Entscheide werden schnellst möglich gesucht und mitgeteilt.

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