Inhalt

News Detailansicht

Mit Services Geld verdienen: KMU suchen mit «IDEEkmu» Wege aus der Krise und neue Geschäftsfelder

Zwischen Graubünden, St. Gallen, Zürich und Schaffhausen tut sich etwas: Ostschweizer Industrie-KMU machen sich mit neuen Produkten und Serviceleistungen fit. Unterstützt werden sie dabei von den kantonalen Wirtschaftsämtern in neun Ostschweizer Kantonen und Swissmem. Praxisnahe Infos gabs dazu vorerst in Buchs.

Das kantonsübergreifende Projekt IDEEkmu wurde am Dienstagabend an der Buchser Hochschule NTB mit einer ersten Informationsveranstaltung offiziell aus der Taufe gehoben. Rund 50 KMU-Vertreter wollten mehr zu Chancen und Herausforderungen, die das Projekt IDEEkmu bietet, wissen. Der Thurgauer Wirtschaftsförderer Marcel Räpple und Projektleiter Andreas Oesch (LogMan AG) erläuterten die Hintergründe des Förderprojekts. «Die veränderten Geschäftsmodelle stellen gerade für die KMU eine zentrale Herausforderung dar. Darum bieten die Kantone mit IDEEkmu  Unterstützung.»

IDEEkmu ist ein interkantonales Projekt der Trägerkantone beider Appenzell, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, St. Gallen, Thurgau und Zürich (Oberland). KMU stehen vor grossen Herausforderungen. Um sich Wettbewerbsvorteile verschaffen zu können, gilt es für sie, neue marktnahe Produkte und industrielle Dienstleistungen zu entwickeln und diese zu attraktiven Preisen zu vermarkten, wie eine Studie der Hochschule St. Gallen HSG zeigt. Genau hier setzt nun das interkantonale Projekt IDEEkmu an. KMU können zu günstigen Kosten Beratung, Projektbegleitungen und Plattformen für Erfahrungsaustausch nutzen. Erste Workshops in Zusammenarbeit mit der BGW AG Management Advisory Group, St. Gallen, in denen die Unternehmer eigene Betriebsstrategien entwickeln, finden ab Ende April statt.

Wie verdient ein KMU Geld?

Wie kann die KMU-Industrie ihre Dienstleistungen und ihren Service ausbauen und damit erst noch Geld verdienen? Mit dieser Schlüsselfrage werden sich nun Ostschweizer KMU vermehrt befassen, wenn sie am Projekt IDEEkmu mitmachen.

Alexander Stiehler, UBS-Analyst für Industrieunternehmen, bestätigte anhand von Unternehmensbeispielen, dass sich im stark rückläufigen Industriesektor Firmen mit gutem Serviceanteil Wettbewerbsvorteile verschaffen. Je höher der Serviceanteil liege, desto stabiler blieben Margen und Umsätze auch bei wirtschaftlichem Abschwung. Ebenso nähmen Gewinne und die Kundenbindung zu. Gemäss Stiehler lohnt es sich mehrfach, wenn KMU in den Ausbau ihres Dienstleistungsbereiches investieren. Eigene einzigartige Servicekonzepte könnten sogar im Ausland gewinnbringend über Franchising verkauft werden.

Drei innovative Ostschweizer KMU präsentierten am Dienstag in Buchs ihre Geschäftsmodelle und Dienstleistungs-Strategien, zeigten aber auch auf, dass die Entwicklung von effizienten industriellen Dienstleistungen nicht einfach ist und auch an Grenzen stossen kann.

Über ihre Erfahrungen sprachen Marc Bachmann von der Dividella AG, Grabs (Entwicklung von Verpackungsmaschinen für die Pharmaindustrie), Heinz Busch von den Busch-Werken Trimmis (Wäge- und Fördersysteme), und Dieter Marxer, Noventa AG, Diepoldsau. Die Noventa entwickelt im Auftrag von Kunden Produkte und ist ein reines Dienstleistungsunternehmen. «Dienstleistungsorientierung beginnt im Kopf», so Marxer. Der Kunde sei in die Prozesse zu integrieren. Um Geld zu verdienen, seien aber auch die Prozesse zu standardisieren.

IDEEkmu - wie weiter?
Nach insgesamt drei Info-Veranstaltungen (die nächsten finden statt am 22. Februar im Hotel Restaurant Kreuz Jona und 1. März im Casino in Frauenfeld, jeweils 16-19 Uhr) bietet IDEEkmu am 30. April/1. Mai und am 15./16. Mai zwei Workshops an (strategische Positionierung des eigenen Betriebs, methodische Kompetenzen und konkrete Tools zur erfolgreichen Entwicklung industrieller Dienstleistungen). Anschliessend werden erste konkrete Industrieprojekte realisiert. Das Projekt steht unter dem Patronat von Swissmem und wird von der UBS gesponsert. Infos: www.IDEEkmu.ch

 

Zusätzliche Informationen

Amt für Wirtschaft und Arbeit

Regierungsgebäude
9102 Herisau
T: +41 71 353 61 11
F: +41 71 353 62 59