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Frühe Kindheit

Regierungsrat verabschiedet Konzept «Frühe Kindheit»

Der Regierungsrat hat das Konzept «Frühe Kindheit in Appenzell Ausserrhoden» verabschiedet. Damit hat er den Weg frei gemacht für die Ausarbeitung von Massnahmen. Im Konzept werden die Grundpfeiler der frühen Förderung für die nächsten Jahre gesetzt. Dabei stehen eine stärkere Koordination der vielfältigen Angebote und eine kantons- und gemeindeübergreifende Strategie im Zentrum.

Das vorliegende Konzept «Frühe Kindheit Appenzell Ausserrhoden» soll die politische Diskussion rund um die frühe Kindheit (0 bis 4 Jahre) in Appenzell Ausserrhoden anregen und zum politischen Handeln befähigen. Erarbeitet wurde das Konzept von den Departementen Gesundheit und Soziales sowie Bildung und Kultur zusammen mit der Gemeindepräsidienkonferenz und weiteren Involvierten, um einen Handlungsrahmen für das Engagement des Kantons und der Gemeinden abzustecken. Es bildet zudem die Basis für die Ausarbeitung eines konkreten Massnahmenplans. Dem Konzept liegt die Annahme zugrunde, dass Kinder ab Geburt auf eine liebevolle Umgebung angewiesen sind, die ihnen in den meisten Fällen die Familie gewährt. Darüber hinaus benötigen Familien und Kinder die Unterstützung und Förderung durch die Öffentlichkeit, um gut aufwachsen zu können.

Die abgeschlossene erste Phase umfasste die Bestandesaufnahme und Situationsanalyse, woraus Handlungsfeldern und strategischen Zielen abgeleitet wurden. In der zweiten Phase sollen konkrete Massnahmen in einem Aktionsplan festgehalten werden. Damit auch in der zweiten Phase der Einbezug von Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis gewährleistet ist, wurde im September ein Workshop organisiert, bei der die Erarbeitung von Massnahmen im Fokus stand.

Projektverantwortliche: Irina Wedlich

Frühe Förderung

Wir verstehen frühe Förderung im Sinne von präventiven Angeboten und Rahmenbedingungen für Eltern mit Babys und Kindern im Vorschulalter. Ziel der frühen Förderung ist es, den Kindern eine ihren Fähigkeiten angemessene Entwicklung zu ermöglichen und damit zur Chancengleichheit beizutragen. So werden ungünstige Startbedingungen zumindest teilweise aufgewogen, die Integration wird erleichtert und die Chancengerechtigkeit hinsichtlich der Bildungschancen wird erhöht. Die Frühförderung unterstützt die Eltern und erziehungsberechtigten Personen dabei, den Kindern ein Umfeld zu schaffen, das einer gesunden Entwicklung förderlich ist.

Im Zentrum früher Förderung steht somit ein guter Start ins Leben mit Massnahmen, welche die Kinder und ihre Familien stärken. Kinder aus sozial benachteiligten oder fremdsprachigen Familien haben zum Teil schon am Start ihres Bildungswegs hohe Hürden zu überwinden. Frühe Förderung verbessert die Startbedingungen und wirkt präventiv gegen die Gefahr, dass diese Kinder als Jugendliche den Anschluss an die Berufsbildung verpassen und später ihre Existenz nicht selber sichern können. Armut in der Schweiz hängt massgeblich mit dem Bildungsniveau zusammen: Je besser ausgebildet eine Person ist, desto geringer ist ihr Risiko, in die Armut abzurutschen.

Bereiche und Anlaufstellen in der frühen Kindheit

Es bestehen diverse Angebote, die Vorschulkinder früh fördern und ihre Familien unterstützen: Mütter- und Väterberatung, Erziehungsberatung, Elternbildung und familienergänzende Betreuungsangebote sowie Spielgruppen und weitere. Frühe Förderung ist besonders wirksam, wenn alle Angebote und Hilfesysteme qualifiziert, gut vernetzt und koordiniert zusammenarbeiten.

Unterschieden werden soll zwischen allgemeiner und besonderer Förderung:

  • Die allgemeine frühe Förderung soll allen Kindern (und deren Familien) offenstehen, z.B. in der Mütter- und Väterberatung, in der familienergänzenden Kinderbetreuung in Kindertagesstätten.
  • Die besondere frühe Förderung soll sich an Familien mit Kindern richten, die zur Stärkung ihrer Ressourcen eine spezifische Unterstützung benötigen, z.B. Deutschkurse für fremdsprachige Kinder, heilpädagogische Früherziehung, sonderpädagogische Massnahmen.

Anlaufstellen im Frühbereich


Angebote für Kinder im Frühbereich


Schnittstelle zum Frühbereich

Programme, Strategien und Studien

In den letzten Jahren wurde der Fokus vermehrt auf die frühe Kindheit gelegt. Viele Studien und Projekte sind entstanden wie auch kantonale und regionale Konzepte. Hier werden einige Beispiele aufgelistet.

Zur Abteilung Chancengleichheit, Bereich Frühe Kindheit

Nationale Programme

Strategien

Studien

  • Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM. Frühe Förderung. 2009. Bestandesaufnahme und Handlungsfelder.
  • Viernickel, S. & Simoni, H. (2008) Frühkindliche Erziehung und Bildung. In: Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF (Hrsg.), Familien, Bildung, Erziehung. Bern, 22-33.
  • Hafen, Martin (2012). Better Together. Prävention durch Frühe Förderung. Präventionstheoretische Verortung der Förderung von Kindern von 0-4 Jahren. Schlussbericht zu Handen des Bundesamtes für Gesundheit.
  • Simoni, Heidi; Wustmann, Corinna (2012). Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz. 2. Auflage, erarbeitet vom Marie Meierhofer Institut für das Kind im Auftrag der schweizerischen Unesco-Kommission und des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz. Zürich: Netzwerk Kinderbetreuung Schweiz
  • Edelmann, D. (2015). Stärkung der Chancengerechtigkeit durch frühe Förderung? In A. Haenni Hoti (Hrsg.), Grundlagenbericht «Equity – Diskriminierung und Chancengerechtigkeit im Bildungswesen» für den Convegno der EDK-Kommission Bildung und Migration (S. 35-42). Bern, EDK.
  • Stamm, M. (2011). Wozu Bildung in der frühen Kindheit. Was wir wissen, was wir wissen sollten und was die Politik damit anfangen kann.
  • Stamm, M. (2012). Qualität und frühkindliche Bildung. Grundlagen und Perspektiven für die Qualitätsentwicklung von vorschulischen Angeboten. Dossier 12/3. 

Weiteres

Zusätzliche Informationen

Abteilung Chancengleichheit

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau
T: +41 71 353 64 26