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Politische Partizipation

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BERN 19.09.2019 - Wahlaufruf von Frauendachverbänden und Nationalratspräsidentin Marina Carobbio. Photo © Béatrice Devènes

Politische Partizipation von Frauen in der Ostschweiz: Studie

Der Frauenanteil in den Parlamenten der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein liegt tiefer als im Schweizer Durchschnitt. Woran liegt das?

Dieser Frage wollte die Konferenz Chancengleichheit Ostschweiz und Liechtenstein auf den Grund gehen und beauftragte dafür Dr. Sarah Bütikofer, Dozentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Entstanden ist die Studie «Politische Partizipation von Frauen in der Ostschweiz: Analyse der aktuellen Situation sowie mögliche Massnahmen».

Präsentiert wurde die Studie am Freitag, 27. September 2019, in Sargans.

Berichterstattung im St.Galler Tagblatt vom 28. September 2019.
Berichterstattung im Regionaljournal auf SRF1 vom 28. September 2019.

Empfehlungen parteiübergreifender Workshop

Die Resultate der Studie wurden den politischen Parteien und Verbänden von Appenzell Ausserrhoden im Rahmen eines Workshops vorgestellt. Vertreter und Vertreterinnen dieser Organisationen trafen sich auf Einladung von Regierungsrat Yves Noël Balmer in Herisau. Ziel war es, die Studienresultate der aktuellen Situation im Kanton gegenüberzustellen. Besonders zwei Fragen haben sich herauskristallisiert: Kommen Frauen auf anderen Wegen und in einem anderen Lebensabschnitt in die Politik als Männer? Und: Wie können Frauen gestärkt und unterstützt werden, um sie für ein politisches Amt zu gewinnen?

Empfehlungen für Massnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in politischen Ämtern aus der Studie

  1. Die Entwicklung und Förderung des weiblichen Politnachwuchses ist eine langfristige Aufgabe:
    Es braucht eine klare Zielsetzung bzw. den konkreten Willen für eine Geschlechterparität «50/50» innerhalb der Partei und eine verantwortliche Person, die mit dieser gezielten Nachwuchsförderung beauftragt ist.  (AB)
  2. Frauenkandidaturen sind über das ganze politische Spektrum der Parteien hinweg aufzubauen:
    So kann die Vision «50/50» gelingen, damit alle Bürgerinnen und Bürger von der Politik repräsentiert, aber auch gewählt werden.   
  3. Die gute Ausgangslage im Appenzell Ausserrhoden, die derzeit den höchsten Frauenanteil in der Gemeindeexekutive der Ostschweiz von 33% ausweist, ist zu nutzen:
    Die Gemeinderätinnen bilden ein zentrales Nachwuchspotenzial, da sich die Karrierewege von Politikerinnen und Politiker nicht nennenswert voneinander unterscheiden. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es: Männer starten ihre Karriere vor allem in der Gemeindepolitik, Frauen nicht.
  4. Frauen dort abholen, wo sie sich bereits engagieren:
    Für eine gelingende Rekrutierung von Frauen, die sich für die exponierte Arbeit als Politikerin eignen, sind Vereinigungen und Netzwerke ein wichtiger Pool (Freiwilligenorganisationen, Sport- und Freizeitvereinen, Businessnetzwerke etc.). Sehr viele Frauen starten ihre politische Karriere, weil sie konkret angefragt wurden und nicht, weil sie sich von sich aus gemeldet haben.
  5. Es gilt die strukturellen Faktoren zu berücksichtigen:

    • wie wird die Kandidatin von ihrer Partei im Wahlkampf unterstützt
    • wie ihre Kompetenzen entwickelt
    • wie sind die Sitzungs- und Arbeitszeiten festgelegt, d.h. wie wird der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik Rechnung getragen
    • weitere Faktoren wie Entschädigungen und Einkommen etc. sind zu diskutieren.

Präsentation von Dr. Sarah Bütikofer für den Workshop mit Vertretern der politischen Gremien in Herisau.

Verteilung der Geschlechter in politischen Ämtern

Die Frauenzentrale AR erstellt jährlich für den Kanton eine Statistik. Mittels Infografiken wird die Verteilung von Männern und Frauen in den politischen Ämtern im Kanton eindrücklich illustriert.

Zu den...

 

Zudem unterstützt die Frauenzentrale Frauen, die sich politisch engagieren möchten durch Beratung, Begleitung und Mentoring. Unverbindlich anfragen.

Wir wählen Frauen ins Parlament!

Frauen in der ganzen Schweiz streiken, denn die Gleichstellung der Geschlechter ist nach wie vor nicht Realität. Heute sind zum Beispiel gerademal 71 von 246 Personen im Schweizer Parlament Frauen, und es gibt Kantone, die noch nie eine Frau im Parlament hatten!

Damit die Anliegen aller Frauen in unsere Gesetze fliessen, brauchen wir 50% Frauen im Parlament. Daran arbeitet die Kampagne Helvetia ruft- sie will den Frauenanteil im Parlament massiv steigern!

Damit das Projekt erfolgreich sein kann, braucht es Unterstützung. Alliance F bittet daher, den Aufruf wir wählen Frauen! zu teilen.

Jugendparlamente - Kinder- und Jugendbeteiligung

Das Jugendparlament St. Gallen - Appenzell (Jupa SG-AI-AR) ist das Forum aller politisch interessierten Jugendlichen aus den Kantonen St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Es fördert die Teilnahme der Jugend am politischen Geschehen auf allen Ebenen und betreibt eine aktive bzw. angewandte Jugendpolitik. Es versteht sich als Sprachrohr der Jugendlichen. Nebst dem Kerngeschäft der Organisation von halbjährlich stattfindenden Jugendsessionen treffen sich die Jugendlichen mit Jungparteien und lancieren Projekte. 

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände SAJV organisiert jährlich die eidgenössische Jugendsession mit dem Ziel, die Selbstbestimmung der Jugendlichen in allen ihren Lebensbereichen und die Verantwortungsübernahme der Jugendlichen für sich selbst und für die Gesellschaft zu fördern.

Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente DSJ unterstützt Jugendparlamente auf regionaler, kantonaler und nationaler Ebene. Er organisiert Treffen der kantonalen Jugendparlamente und führt eine jährliche Jugendparlamentskonferenz durch.

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30 Jahre Frauenstimmrecht in Appenzell Ausserrhoden

30 Jahre Frauenstimmrecht in Appenzell Ausserrhoden - Aline Auer erinnert sich

Interview mit Aline Auer zum 30. Jubiläum des Frauenstimmrechts im Kanton.

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Zusätzliche Informationen

Abteilung Chancengleichheit

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau
T: +41 71 353 64 26

Bericht von SRF vom 18.08.2019

Frauen in den Vorzimmern der Macht: Lange war es für Frauen nicht möglich, Mitglied einer Partei zu werden. Sie mussten sich ihren Platz erkämpfen.