Wohnen

Wie Sie eine neue Wohnung finden, wie Sie den Umzug vorbereiten und wo Sie bei Problemen eine Beratung erhalten – dies und noch viel mehr erfahren Sie hier zum Thema Wohnen. Hier finden Sie ein Informationsblatt in 16 Sprachen zum Thema «Wohnen in der Schweiz».

Die Website des Mieterinnen- und Mieterverbandes gibt zu den verschiedensten Themen Auskunft.

Mieten oder Kaufen?

In der Schweiz leben zwei Drittel der Bevölkerung in einer Mietwohnung. Die Menschen, welche die Wohnung benutzen, bezeichnet man als Mieterinnen und Mieter. Sie mieten die Wohnung und bezahlen dafür monatlich einen Mietzins.

Nur ein Drittel der Wohnbevölkerung lebt in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus. Dies hat einen Grund: Wohnungen und Häuser sind in der Schweiz sehr teuer; die meisten Menschen können sich das nicht leisten. Für Ausländerinnen und Ausländer gelten je nach Herkunftsland und Aufenthaltsbewilligung andere Rechte beim Immobilienkauf. Informieren Sie sich gut.

Das Vermieten und der Unterhalt von Wohnungen sind mit einigem Aufwand verbunden. Viele Vermieter/-innen übergeben diese Arbeiten deshalb an eine Liegenschaftsverwaltung. Sie ist dann die Kontaktstelle und für die Anliegen der Mieterinnen und Mieter zuständig.

Informationen und Ratgeber:

Wohnungssuche

Es empfiehlt sich, auf verschiedenen Wegen eine neue Wohnung zu suchen:

  • Internet: Auf Immobilienportalen sind freie Wohnungen ausgeschrieben. Suchkriterien wie Ortschaft, Anzahl Zimmer oder Mietzins helfen Ihnen, geeignete Wohnungen ausfindig zu machen. Auch die Adressen von Liegenschaftsverwaltungen und Baugenossenschaften Ihrer Region finden Sie im Internet.
  • Verwaltungen: Verlangen Sie bei möglichst vielen Baugenossenschaften und Liegenschaftsverwaltungen ein Anmeldeformular. Nachdem Sie Ihre Anmeldung eingereicht haben, lohnt es sich, regelmässig nachzufragen. Rufen Sie an oder gehen Sie wenn möglich persönlich vorbei.
  • Zeitungen: Freie Wohnungen sind auch in Tageszeitungen, Gemeindeanzeigern oder Quartierzeitungen ausgeschrieben. Melden Sie sich möglichst früh am Vormittag beim Vermieter. Das erhöht Ihre Chancen.
  • Gratisinserate: In Einkaufs- und Gemeindezentren, Quartierläden, Restaurants, Schulen oder Spitälern gibt es auch Inseratetafeln. Sie können dort gratis eine Annonce aufhängen oder nach Angeboten suchen.
  • Bekanntenkreis: Längst nicht alle freien Wohnungen werden auch ausgeschrieben. Informieren Sie deshalb Ihre Verwandten, Freund/-innen oder Arbeitskollege/innen, dass Sie auf der Suche sind. Sie erhalten so möglicherweise wertvolle Tipps.

Worauf sollte ich bei der Auswahl einer Wohnung achten?

Es gibt einige Kriterien, auf die Sie bei der Auswahl einer Wohnung sinnvollerweise achten sollten:

  • Die Wohnungsgrösse oder die Anzahl der Zimmer
  • Der Arbeitsweg
  • Die Verbindung und Nähe zum öffentlichen Verkehr
  • Der Schulweg der Kinder
  • Die Spielmöglichkeiten für Kinder
  • Die Lärmbelastung, Isolation oder Ähnliches

Wohnungen und Häuser finden - Suchportale:

Wohnungsbewerbung

Wer sich erfolgreich um eine Wohnung bewerben will, sollte sich gut vorbereiten und einige wichtige Punkte beachten:

  • Wohnungsbesichtigung: Erscheinen Sie pünktlich zum Termin. Machen Sie einen seriösen und freundlichen Eindruck.
  • Anmeldeformular: Füllen Sie das Formular sauber, klar und vollständig aus.
  • Unterlagen: Welche Dokumente verlangt werden, erfahren Sie vom Vermieter oder von der Verwaltung. Reichen Sie nur Kopien ein, ausser wenn ausdrücklich ein Original verlangt wird, etwa beim Betreibungsauszug.
  • Begleitbrief: Ihre Chancen erhöhen sich, wenn Sie den Unterlagen einen persönlichen Brief beilegen. Beziehen Sie sich auf das Inserat, stellen Sie sich kurz vor und begründen Sie, weshalb Sie an der Wohnung besonders interessiert sind.
  • Referenzpersonen: Geben Sie wenn immer möglich Referenzpersonen an, die eine gute Auskunft über Sie geben – zum Beispiel den Arbeitgeber oder den bisherigen Vermieter.

Wenn Sie sich bei einer Baugenossenschaft oder Liegenschaftsverwaltung generell um eine Wohnung bewerben, erwähnen Sie im Begleitbrief auch die gewünschte Wohnungsgrösse und die maximale Höhe des Mietzinses.

Mietvertrag - Rechte und Pflichten

Mieter/-in und Vermieter/-in schliessen in der Regel einen schriftlichen Mietvertrag ab. Mit der Unterschrift verpflichten sich beide Seiten, die darin getroffenen Abmachungen einzuhalten. Den Mietvertrag müssen Sie aufbewahren. Die Hausordnung ist ein Bestandteil des Mietvertrags und enthält Regeln, die das friedliche und ordentliche Zusammenleben im Haus gewährleisten sollen. Geregelt sind etwa Nachtruhe, Benützung der Waschküche, Ordnung im Treppenhaus, das Halten von Haustieren und anderes mehr.

Die Website des Mieterinnen- & Mieterverbandes klärt Sie über alle Themen rund um das Wohnen in Mietwohnungen auf.

Hausordnung

Für ein gutes, friedliches Zusammenleben in einem Mehrfamilienhaus ist es wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner aufeinander Rücksicht nehmen. Es braucht dazu gewisse Regeln, z.B. bezüglich Nachruhe, gemeinsam genutzte Plätze/Räume, Waschküche, Haustiere, Rauchen etc., an die sich alle halten. Sie sind in der Hausordnung ausführlich beschrieben. Wenden Sie sich bei Fragen an den Hauswart.

Miet- und Nebenkosten

Der monatliche Mietzins sowie die Nebenkosten (Ausgaben fallen für Heizung, Wasser, Hauswart, Gartenunterhalt, Abwasser, Kehrichtgebühr und weiteres mehr) werden im Mietvertrag abgemacht wurde. Hinzu kommen Ausgaben für Strom oder Gas, Telefonanschlüsse, Internetverbindung oder Kabelfernsehen.

Kaution/Mietzinsdepot

Das Mietzinsdepot – auch Kaution genannt – dient dem/der Vermieter/-in als Sicherheit; etwa bei unbezahlten Mietzinsen, offenen Abrechnungen für Nebenkosten oder bei Schäden an der Wohnung, für die Sie aufkommen müssen. Das Depot beträgt maximal drei Monatsmieten. Es ist vom Mieter oder von der Mietern auf ein spezielles Bankkonto (Depot- oder Kautionskonto) einzubezahlen; dieses Konto lautet auf den Namen des Mieters/der Mieterin. In der Regel wird Ihnen das Depot samt Zinsen nach dem Auszug aus der Wohnung umgehend zurückerstattet. Abgezogen werden allenfalls offene Mietzinsen und Schäden an der Wohnung.

Mietzinserhöhungen

Die Vermieterin oder der Vermieter darf den Mietzins erhöhen, muss dazu aber ein offizielles Formular verwenden. Darin sind klare Gründe für die Erhöhung und die entsprechenden Zahlen zu nennen. Ein solcher Grund kann etwa ein Umbau sein oder wenn der hypothekarische Referenzzinssatz erhöht wird. Wenn Sie mit einer Erhöhung nicht einverstanden sind, haben Sie 30 Tage Zeit, um sich dagegen zu wehren.

Reparaturen

Kleinere Reparaturen, die Sie selbst ohne eine Fachperson ausführen können, gehören zum sogenannten kleinen Unterhalt (Kosten bis rund 150 Franken). Dafür müssen Sie als Mieterin und Mieter selber aufkommen. Einige Beispiele: Duschschlauch, Filter im Dampfabzug, Wasserhahnfilter, Seifenschalen, Plastikkörbchen im Geschirrspüler oder Backblech im Ofen. Wenn grössere Reparaturen nötig sind, müssen Sie dies sofort der Verwaltung oder dem Hauswart melden. Sind Sie nicht für den Schaden verantwortlich, übernimmt der Vermieter die Reparatur auf seine Kosten. Ansonsten müssen Sie einen Teil der Kosten übernehmen, je nach Lebensdauer des defekten Gegenstands.

Wohnungsübergabeprotokoll

Nachdem Sie den Mietvertrag erhalten haben, vereinbaren Sie mit dem/-r Vermieter/-in oder der Verwaltung den Termin für die Wohnungsübergabe. Bei der Übergabe kontrollieren Sie gemeinsam mit ihm, ob Schäden in der Wohnung vorhanden sind. Diese werden im Antritts- bzw. Wohnungsübergabe-Protokoll detailliert festgehalten. Auch Kleinigkeiten wie Kratzer oder abgeschlagene Ecken gehören ins Protokoll. Vereinbaren Sie mit dem/-r Vermieter/-in auch, welche Schäden behoben werden. Beide Parteien unterschreiben zum Schluss das Antrittsprotokoll, und Sie erhalten eine Kopie. Bewahren Sie diese sorgfältig auf.

Die Website des Mieterinnen- & Mieterverbandes klärt Sie über alle Themen rund um das Wohnungsübergabeprotokoll auf.

Kündigung und Austrittsprotokoll

Wann soll ich meine alte Wohnung kündigen?

Kündigen Sie Ihre alte Wohnung erst dann, wenn Sie im Besitz des neuen, gültigen Mietvertrags sind, auch wenn Ihnen der/die Vermieter/-in mündlich oder per Telefon eine neue Wohnung zugesagt hat.

Wichtig: Der Vertrag ist erst dann gültig, wenn ihn beide Parteien – Sie und Ihr Vermieter – unterschrieben haben.

Die Website des Mieterinnen- & Mieterverbandes klärt Sie über alle Themen rund um das Kündigen von Mietwohnungen auf.

Wer kann eine Wohnung kündigen?

Mieter/innen wie auch Vermieter/innen können die Wohnung kündigen. Sie müssen aber die im Vertrag festgehaltenen Fristen und Termine beachten. Wer eine Kündigung erhält, hat 30 Tage Zeit, um sich bei der Schlichtungsbehörde dagegen zu wehren. Es ist auch möglich, die Wohnung ausserhalb der offiziellen Kündigungstermine zu kündigen. Mit dem offiziellen Kündigungstermin sind die Termine und Kündigungsfristen gemeint, die im Mietvertrag festgelegt sind. Sie müssen dann allerdings einen oder besser mehrere Nachmieter/innen finden und der Verwaltung vorschlagen. Diese müssen zahlungsfähig und zumutbar sein.

Austrittsprotokoll

Beim Auszug wird die Wohnung von den Mietenden und von den Vermietenden genau kontrolliert. Grosse und kleine Schäden werden im Austrittsprotokoll festgehalten. Tapeten, Teppiche, Parkettböden oder ähnliche Gegenstände haben eine gewisse Lebensdauer. Die Lebensdauer für verschiedene Bestandteile der Wohnung wird in sogenannten Lebensdauertabellen festgelegt. Die Vermietenden müssen die übliche Abnützung berücksichtigen, sie können Ihnen nicht einfach die Kosten für eine neue Tapete aufbürden.

Unterschreiben Sie das Protokoll erst und nur dann, wenn Sie alles genau verstanden haben und damit einverstanden sind. Indem Sie das Protokoll unterschreiben, verpflichten Sie sich nämlich, die Kosten für die aufgeführten Reparaturen zu übernehmen. Es gibt allerdings keine Pflicht, das Protokoll zu unterschreiben.

Wer hilft mir bei Fragen zur Kündigung und Wohnungsübergabe?

Bei komplizierten Fällen empfiehlt es sich, zur Wohnungsabgabe einen Experten oder eine Expertin des Mieterinnen- und Mieterverbandes beizuziehen. Die Fachperson nimmt ebenfalls ein Protokoll auf, berät Sie während der Wohnungsabgabe und kann Ihnen genau sagen, für welche Schäden Sie aufkommen müssen und welche zulasten der Vermietenden gehen. Erkundigen Sie sich beim Mieterinnen- und Mieterverband, was ein Experte oder eine Expertin kostet, und vereinbaren Sie einen Termin.

Umzug

Beginnen Sie mit den Vorbereitungen so früh wie möglich. Denn ein Umzug ist mit viel Aufwand verbunden, kostet Zeit und Geld. Dies sind einige Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Legen Sie den Umzugstermin fest und vereinbaren Sie mit dem neuen Vermieter Datum und genaue Zeit, wann Sie in die neue Wohnung einziehen können.
  • Mit dem Vermieter der alten Wohnung machen Sie ab, wann die Wohnungsabgabe stattfindet.
  • Informieren Sie Ihren Arbeitgeber über den Umzugstermin und beantragen Sie den bezahlten Umzugstag (je nach Arbeitgeber können das auch zwei Tage sein).
  • Sie können ein Reinigungsunternehmen für das Reinigen der alten Wohnung beauftragen; wenn Sie das selber machen wollen, benötigen Sie Reinigungsgeräte (z.B. Teppichreinigungsgerät). Sie können diese in der Drogerie, im Baumarkt oder bei Umzugsfirmen mieten.
  • Wenn Sie den Hausrat (Möbel und Umzugskisten) selber transportieren möchten, benötigen Sie ein geeignetes Transportfahrzeug, das Sie mieten können, und natürlich Helfer/-innen; oder Sie beauftragen ein Umzugsunternehmen, was allerdings mit einigen Kosten verbunden ist.
  • Es braucht auch Verpackungsmaterial. Sie müssen Möbel auseinandernehmen und transportbereit machen, Kleider und Gegenstände einpacken und Weiteres mehr. Billige Kartonschachteln finden Sie beispielsweise in Gratisinseraten im Internet oder in der Gemeinde.

Umzugsmeldung

Wenn Sie in der gleichen Gemeinde umziehen, reicht eine Adressänderung an Ihre Einwohnerkontrolle. Wenn Sie in eine andere Gemeinde ziehen, müssen Sie sich innerhalb von acht Tagen bei der alten Wohngemeinde abmelden und bei der neuen Wohngemeinde anmelden. In den meisten Gemeinden müssen Sie persönlich bei der Einwohnerkontrolle vorbeigehen. Denken Sie daran, folgende Dokumente mitzunehmen:

  • Heimatschein, individuell oder für Paare (Der Heimatschein wird Ihnen von Ihrer alten Wohngemeinde abgegeben. Einen neuen Heimatschein können Sie bei Ihrer Heimatgemeinde bestellen.)
  • Familienausweis, wenn Sie Kinder haben.

Gemäss dem Freizügigkeitsabkommen gelten für Staatsangehörige der EU/EFTA die gleichen Regeln wie für Schweizerinnen und Schweizer. Migrantinnen und Migranten aus einem Drittstaat mit einer Aufenthaltsbewilligung müssen sich frühzeitig bei der Einwohnerkontrolle der Wohngemeinde oder bei der kantonalen Migrationsbehörde informieren, welche zusätzlichen Schritte bei einem Umzug zu unternehmen sind. Dies gilt insbesondere bei einem Kantonswechsel, denn für den Aufenthalt in einem anderen Kanton wird in der Regel eine neue Aufenthaltsbewilligung benötigt.

Weitere Stellen, die Sie bei einem Umzug benachrichtigen sollten:

  • Post: Sie können einen Auftrag zum Nachsenden Ihrer Post bei der Poststelle hinterlegen.
  • Strom, Gas, Wasser: Informieren Sie die zuständigen Werke über Ihren Umzug, damit diese die Schlussabrechnung machen können.
  • Telefon: Informieren Sie Ihre Telefongesellschaft, damit diese Telefon, Internetanschluss und allenfalls digitales TV ändern kann.
  • Schule: Falls Sie Kinder haben, informieren Sie die Lehrpersonen und die Schulbehörden über den Umzug.

Beratungsstellen für Miterinnen und Mieter

Es gibt in der Schweiz mehrere Organisationen, die sich mit dem Wohnungswesen befassen. Eine davon ist der Mieterinnen- und Mieterverband. Er setzt sich für die Interessen und Rechte von Mieterinnen und Mietern ein, berät seine Mitglieder und erbringt für sie weitere Dienstleistungen.
Auch die Schlichtungsbehörden informieren Sie in allen Fragen rund um das Mieten, etwa bei Kündigungen, Mietzinserhöhungen oder Depotrückgabe.
Auch in Ihrer Gemeinde gibt es eine Beratungsstelle für Mieterinnen und Mieter, die Ihnen weiterhelfen kann.

Informationsstelle Integration INFI

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau

T: +41 353 64 61

infi@ar.ch

Standort

 

Kontaktperson: Evelina Brecht, Fachperson Informationsstelle Integration

Weitere Informationen zur Informationsstelle Integration INFI hier

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