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Die Fliessgewässer in Appenzell Ausserrhoden sind zwar eher klein, aber aufgrund der Topographie hat die Wassernutzung eine lange Tradition. Die Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle ist in der Schweiz ein wichtiger Pfeiler für eine nachhaltige, klimaschonende Stromversorgung. Lesen Sie mehr zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft im Kanton und zu weiteren Themen aus den Bereichen Energie und Umweltschutz.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
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Wasserkraft - Bedeutung und Sanierungsstand
Die Energieproduktion aus Wasserkraft blickt auf eine lange Tradition zurück. In Appenzell Ausserrhodischen Fliessgewässern bestehen diverse Querbauwerke. Dreizehn davon – hauptsächlich von aktiven oder ehemaligen Wasserkraftnutzungen – weisen mindestens einen ökologischen Sanierungsaspekt auf.
Stromproduktion Mit Wasserkraft wurden 2024 in der Schweiz rund 60 % des inländischen Stroms erzeugt. Die Wasserkraftnutzung sieht sich allerdings sowohl schweizweit als auch in Appenzell Ausserrhoden mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert: Verlandung der Wasserhaltungen, alter Anlagenbestand, Ablösung der ehehaften Wasserrechte, ökologische Sanierung der Wasserkraft mit langwierigen Abläufen, gegenläufige Schutzinteressen etc. Zudem ist das Potenzial der Stromnutzung aus Wasserkraft in Appenzell Ausserrhoden gering und wird bereits grösstenteils genutzt. In Abhängigkeit der Niederschlagsmenge werden heute jährlich rund 7 GWh Strom aus Wasserkraftwerken produziert. Dies entspricht etwa 2 % des Ausserrhoder Strombedarfs. Strom aus einheimischen Wasserkraftwerken trägt allerdings auch in kleinen Mengen zur regionalen Versorgungssicherheit bei, da er zeitlich konstanter anfällt als Wind- oder Solarstrom. Dieser Anteil soll deshalb im Einklang mit der schweizerischen Energiestrategie (nationale Stromproduktion aus Wasserkraft) auf dem derzeitigen Niveau gehalten werden.
Sanierungsbedarf / Stand der Arbeiten Zu den Sanierungsaspekten gehören die Fischgängigkeit, die Passierbarkeit für Geschiebe sowie das Aufkommen von Schwall- und Sunkspitzen. Die kantonale Strategische Planung zur Sanierung der Wasserkraft hält den jeweiligen Sanierungsbedarf fest. Mit der Sanierung der Anlagen muss spätestens Ende 2030 begonnen werden. Der Umsetzungsstand in Appenzell Ausserrhoden ist in etwa vergleichbar mit dem Schweizweiten. Fast jedes dieser Querbauwerke unterliegt in irgendeiner Art der Sanierung zur Wiederherstellung der Fischwanderung oder dem Schutz der Fische bei der Wehr-Passage. Mit der revidierten Version der Strategischen Planung von 2023 sind drei Anlagen an der Urnäsch hinzugekommen, bei denen auch die Sanierung des Geschiebehaushalts mitprojektiert werden muss. Für diese wird momentan eine Geschiebehaushaltstudie inkl. Massnahmenvorschläge erarbeitet. Hinzukommt das Kraftwerk Schwänberg, dessen Sanierungsbedarf auf der Strategischen Planung des Kantons St. Gallen fusst, die Federführung jedoch ans zuständige Appenzell Ausserrhoden überging. Bereits abgehakt werden konnte der Sanierungsaspekt punkto Schwall/Sunk bei der Anlage List-Hinterlochen im Ausserrhoder Vorderland. Die meisten Anlagen befinden sich in einer Projektierungsphase. Zirka drei bis vier Anlagen stehen vor einer baulichen Umsetzung in diesem oder nächstem Jahr. Für wenige Kleinstanlagen steht die Inangriffnahme der Projektierung noch aus.
Finanzierung Die Massnahmen werden mit den Mitteln des Netzzuschlages von 0.1 Rappen auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom der Schweizer Bevölkerung finanziert. Die Finanzierung ist langfristig gesichert. In den kommenden Jahren rechnet man allerdings damit, dass die bislang angehäuften Mittel aufgebraucht sein werden. Die nachfolgenden Rückerstattungsgesuche werden mittels Warteliste der Reihe nach mit der kontinuierlichen Speisung des Fonds ausbezahlt.
Kontakt: Michael Kellenberger, Tel. +41 71 353 65 27, E-Mail
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Jetzt umsteigen: Wärmepumpe statt Elektrodirektheizung
Elektrodirektheizungen treiben aufgrund des hohen Verbrauchs die Stromkosten in die Höhe, während Wärmepumpen bis zu viermal mehr Wärme aus derselben Strommenge erzeugen - dank Nutzung kostenloser Umweltenergie.
Bestehende Elektrodirektheizungen (elektrische Widerstandsheizungen in diversen Ausführungsarten) sind ineffizient und für etwa 10 % des Schweizer Stromverbrauchs verantwortlich. Durch den Ersatz von Elektro-Wassererwärmern und Elektrodirektheizungen durch eine moderne, effizientere Heizung, die erneuerbare Energien nutzt, können viel Strom eingespart und die Versorgungssicherheit massgeblich gestärkt werden. Das kantonale Energiegesetz schreibt deshalb vor, dass Anlagen gemäss Art. 22a kEnG bis am 31.12.2037 ersetzt werden müssen.
Für den Ersatz von Elektrodirektheizungen durch einen mit erneuerbaren Energien betriebenen Wärmeerzeuger gibt es kantonale Förderbeiträge. Gefördert werden Stückholzfeuerungen, automatische Holzfeuerungen, Luft/Wasser-Wärmepumpen, Sole/Wasser-Wärmepumpen sowie der Anschluss an ein Wärmenetz – sofern die Bedingungen des kantonalen Förderprogramms Energie erfüllt sind. Beim Ersatz von dezentralen Elektrodirektheizungen werden zusätzliche Fördergelder für die Erstinstallation des Wärmeverteilsystems gewährt.
Ein zeitnaher Umstieg lohnt sich für Gebäudebesitzende gleich mehrfach: Sie profitieren von den aktuell hohen Förderbeiträgen und künftig von tiefen Energiekosten. Zudem leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. ► Ersatz von Elektrodirektheizungen: Flyer ► Alle Informationen zur kantonalen Förderung: Website
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Warum sich Bauen nach Minergie lohnt
Wer heute baut oder saniert, denkt an morgen. Der Minergie-Standard steht für Komfort, Effizienz und Klimaschutz. Dank einer hochwertigen Gebäudehülle und einer kontrollierten Lüftung profitieren Bewohnerinnen und Bewohner von einem konstant angenehmen Raumklima – im Winter wie im Sommer. Gleichzeitig sinken bei einer Sanierung nach Minergie der Energieverbrauch und damit die laufenden Kosten deutlich.
Ein weiterer Vorteil: Der Kanton Appenzell Ausserrhoden fördert energetische Sanierungen nach Minergie-Standards. Zudem wird auch der Neubau nach dem Minergie-P-Standard finanziell unterstützt. Minergie-P steht für maximale Energieeffizienz und ein perfektes Innenraumklima.
Minergie-Bauten reduzieren nicht nur die CO₂-Emissionen und verbessern den Wohnkomfort, sondern steigern auch den langfristigen Wert einer Immobilie. Damit wird nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Kurz gesagt: Nach Minergie zu bauen bedeutet vorausschauendes Handeln mit Rücksicht auf das Klima, mehr Wohnqualität, tiefere Energiekosten und somit eine zukunftsgerichtete Investition.
► Alle Informationen zur kantonalen Förderung: Website ► Informationen zum Minergie-Standard: Website Minergie
Kantonale Zertifizierungsstelle Minergie: Stéphanie Bernhardsgrütter, Tel. +41 71 353 65 25, E-Mail
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Schadenfälle mit umweltgefährdenden Stoffen
Der Pikettdienst des Amts für Umwelt unterstützt Kantonspolizei, Feuerwehr und Gemeinden bei akuten Ereignissen mit möglichen Auswirkungen auf Gewässer, Boden oder Luft. Die fachliche Unterstützung erfolgt rund um die Uhr – telefonisch und bei Bedarf durch Einsätze vor Ort. An Wochenenden und Feiertagen wird die Einsatzabdeckung in Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen sichergestellt.
Schadenfälle 2025 in Zahlen Im Jahr 2025 wurden dem Amt für Umwelt 33 Schadenfälle gemeldet. Damit liegt 2025, wie auch die Vorjahre, im Bereich von rund 30 Fällen pro Jahr. In 14 Fällen kam es zu einer Gewässerverschmutzung. Bei den Schadstoffen dominierten Mineralölprodukte/Treibstoffe, Bentonit, häusliche sowie baustellenbedingte Abwässer und landwirtschaftliche Einträge (insbesondere Jauche). Als häufigste Ursachen zeigten sich Verkehrsunfälle, technische Defekte, unsachgemässe Entsorgung sowie landwirtschaftliche Tätigkeiten.
► Schadendienststatistik 2025
Schwerpunkte und Lokalisierung Die meisten Meldungen gingen aus den Gemeinden Herisau und Teufen ein. In den meisten Fällen konnten die Verursacher ermittelt und die Kosten entsprechend weiterverrechnet werden. Mehrere Ereignisse erforderten zudem Einsätze an Wochenenden oder Feiertagen. Hervorzuheben sind ein Fischsterben im Rotbach (Gais) nach dem Eintrag von chlorhaltigem Poolwasser sowie mehrere Jaucheeinträge in Fliessgewässer. Dank rascher Intervention konnten die Auswirkungen in zahlreichen Fällen begrenzt werden.
Grosses Fischsterben im Rotbach (Gais) Am 18. Oktober 2025 ereignete sich im Rotbach ein Fischsterben infolge der unsachgemässen Entleerung eines privaten Swimmingpools. Rund 8 m³ chlorhaltiges Wasser gelangten über die Meteorwasserkanalisation ins Gewässer. Im betroffenen Abschnitt verendeten mindestens 81 Bachforellen sowie zahlreiche wirbellose Gewässerorganismen (Fischnährtiere). Die Verschmutzungsquelle wurde zeitnah lokalisiert und Sofortmassnahmen wurden umgesetzt. Auf einen Wiederbesatz wurde verzichtet; die ökologische Erholung soll durch natürliche Zuwanderung erfolgen.
Schnelle Meldung hilft Für die Abklärung von Gewässerverschmutzungen und Fischsterben sind zeitnahe Meldungen via Kantonspolizei entscheidend. Später gemeldete Ereignisse bleiben häufig ungeklärt, weil sich das Schadensbild verändert und wichtige Beweismittel nicht mehr oder nur teilweise gesichert werden können.
Kontakt: Martin Roth, Tel. +41 71 353 65 62, E-Mail
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«Obacht am Schacht»: Kampagne startet - Gemeinden können mitmachen
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass alle Ablaufschächte in eine Kläranlage münden. Entsprechend sorglos wird Schmutzwasser direkt in den nächsten Schacht gekippt. Was in oder neben dem Schacht entsorgt wird, kann somit ungefiltert in Bach oder Fluss gelangen – insbesondere in ländlichen Gebieten wie dem Appenzellerland ist die Entwässerung im sogenannten Trennsystem weit verbreitet: Das heisst, dass Regenabwasser – getrennt vom Schmutzwasser – in ein Gewässer gelangt (siehe Merkblatt Liegenschaftsentwässerung).
Gewässerverschmutzungen verursachen in der Schweiz regelmässig ökologische Schäden. Sichtbar wird das manchmal durch Fischsterben – häufiger wirken aber kleine Einträge von Pestiziden, Reinigungsmitteln, Öl oder anderen organischen Verunreinigungen: Sie können Klein- und Kleinstlebewesen im Gewässer beeinträchtigen, die für ein stabiles Ökosystem zentral sind.
Die Schweizerische Vereinigung der Fischereiaufseherinnen und Fischereiaufseher (SVFA) führt ihr Präventionsprogramm «Obacht am Schacht» weiter. Die diesjährige Kampagne startet am 19. März 2026 (im Umfeld des Weltwassertags am 22. März).
Zur Kampagne gehören u. a.:
- Plakate in verschiedenen Formaten
- eine erklärende Broschüre
- ein Präventionsvideo (Kino/TV/Soziale Medien usw.)
- Veranstaltungen in verschiedenen Kantonen
Gemeinden, die die Kampagne «Obacht am Schacht» unterstützen oder in der eigenen Gemeinde sichtbar machen möchten, finden auf der Website von Aquava alle Informationen, Materialien und den direkten Kontakt zur SVFA.
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NIS-Messungen: freie Ausleihtermine 2026 verfügbar!
Das im Jahr 2025 neu angeschaffte NIS-Messgerät wurde intensiv und regelmässig intern sowie extern genutzt. Öffentliche Messungen können auf der im Geoportal publizierten Karte NIS Messungen Kt AR eingesehen werden. Auch im laufenden Jahr stehen noch freie Termine zur Verfügung. Melden Sie sich bei Interesse direkt über das Formular Ausleihe Messgerät an.
Kontakt: Rebecca Holdener, Tel. +41 71 353 65 28, E-Mail
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Meldestelle Schadorganismen: Statistik 2025
Das Amt für Umwelt führt eine zentrale Anlaufstelle, bei der gefährliche Schadorganismen gemeldet werden sollen. Diese nimmt sich den Beobachtungen von Schadorganismen an, die sich aufgrund der Klimaerwärmung vermehrt ausbreiten, und dient dem Monitoring gebietsfremder Organismen. Diese Meldungen werden gesammelt und an die zuständigen Behörden oder Experten weitergeleitet.
► Meldungen 2025
Bei Meldungen sollen die Beobachtungen und/oder Exemplare – wenn möglich mit Fotos dokumentiert und/oder ein Exemplar (lebend oder tot) – der Meldestelle in einem geeigneten Behälter zugestellt werden.
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