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Newsletter Amt für Umwelt
Mai 2026 (Vollversion)

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Die Nährstoffbelastung in unseren Fliessgewässern konnte in den letzten Jahren deutlich reduziert werden. Grund dafür sind insbesondere die grossen Investitionen der Gemeinden in die Abwasserinfrastruktur. Lesen Sie mehr zur Wasserqualität in den Ausserrhoder Gewässern und zu weiteren Themen aus den Bereichen Energie und Umweltschutz.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Wasserkraft - Start bauliche Umsetzungen

In diesem Frühling gehen drei Wasserkraftprojekte in ihre bauliche Umsetzung. Zwei davon betreffen das Programm der ökologischen Sanierung Wasserkraft (siehe Newsletter Februar 2026). 

Beim Kraftwerk Rossfall in Urnäsch haben die Arbeiten nach Ostern begonnen. Das zugehörige Wehr Langflue wird ökologisch saniert. Es erhält eine Klappe zur Durchleitung des Geschiebes, mit vollautomatischer Auslösung bei Hochwasserereignissen sowie eine Wanderhilfe für Fische, damit sie ganzjährig abwärts wandern können. Parallel dazu wird die Anlage auch technisch ertüchtigt. Der Ausgleichsweiher wurde bereits abgefischt und entleert. Er erhält ein neues Fassungsbauwerk samt Grundablass. Die bisherigen zwei Triebwasserleitungen werden zusammengelegt und zur Zentrale geführt, bei der zudem ein Turbinenersatz erfolgt. 

Auch bei der Fassung List des Kraftwerks Kubel, welches sich zwischen Stein und Haslen an der Sitter befindet, ist der Installationsplatz bereits eingerichtet. Das Wehr wird vollständig umgebaut. Es erhält Fischwanderhilfen in Form von Schlitzpass (Aufstieg) als auch Bypass und Coandarechen (Abstieg). Letzterer ermöglicht zusammen mit einem Freihaltekanal auch eine weitgehend kontinuierliche Geschiebeweiterleitung ins Unterwasser des Wehrs. 

Neben den Projekten zur Sanierung Wasserkraft wird zwischen Heiden und Wolfhalden am Standort der Alten Mühle eine frühere Anlage – teils in moderner Form – wiedererrichtet. Ziel der Projektanten ist es, die Alte Mühle zu Schauzwecken wieder mit einem Mühlenrad und Kornmühle auszurüsten. Um dem Eingriff in den Gstaldenbach einen höheren Nutzen gegenüberzustellen und den finanziellen Aufwand zumindest teilweise auffangen zu können, wird mit dem grösseren Teil des gefassten Wassers per Turbine Strom erzeugt. 

Bis zur Fertigstellung der Projekte benötigen die Arbeiten innerhalb der Gewässer bis zu rund einem Jahr.

Kontakt: Michael Kellenberger, Tel. +41 71 353 65 27, E-Mail

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Fliessgewässerbericht 2021-2025: Mehrheitlich guter Qualitätszustand der Ausserrhoder Gewässer

Wie steht es um die Wasserqualität in den Ausserrhoder Fliessgewässern? Der neue Fliessgewässerbericht 2021–2025 des Amts für Umwelt zeigt, dass sich die Wasserqualität in den kantonalen Fliessgewässern insgesamt mehrheitlich in einem guten Zustand befindet. Insbesondere hinsichtlich der Belastung mit Nährstoffen werden die gesetzlichen Anforderungen dank der guten Reinigungsleistung der verbleibenden Abwasserreinigungsanlagen vielerorts eingehalten. 

Die Wasserqualität wird im Kanton mit monatlichen Erhebungen der chemischen Wassergüte und des äusseren Aspekts langfristig überwacht. Damit lassen sich Entwicklungen der Gewässerbelastung verfolgen und auch Einflüsse von Abwassereinleitungen auf die Gewässer erfassen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage, um bei Bedarf Massnahmen für den Gewässerschutz abzuleiten.

Im vorliegenden Fliessgewässerbericht werden erstmals die Ergebnisse in einer fünfjährigen Berichtsperiode zusammengefasst. Untersucht wurden während dieser Zeit 22 Messstellen in den Einzugsgebieten von Glatt, Urnäsch, Sitter, Goldach und Gstaldenbach. Weitere sechs Messstellen konnten im Verlauf der Berichtsperiode aufgehoben werden, weil die Abwasserreinigungsanlagen Schmitte (Hundwil) und Mühltobel (Teufen) infolge des Anschlusses an die ARA St. Gallen-Au ausser Betrieb genommen wurden (siehe Newsletter Oktober 2025).

Viele Gewässerabschnitte, insbesondere der Urnäsch, Sitter und Goldach, weisen insgesamt eine gute bis sehr gute Wasserqualität auf. Gleichzeitig besteht punktuell weiterhin Handlungsbedarf. Unterhalb einzelner Abwassereinleitungen und in kleineren Seitenbächen wurden nach wie vor erhöhte Werte bei Nährstoffen wie Phosphat, Nitrit oder Ammonium festgestellt. Besonders auffällig war der Klösterlibach bei Teufen, wo die Belastung während der gesamten Berichtsperiode deutlich erhöht war. Mit der Aufhebung der ARA Mühltobel und dem Anschluss des Abwassers aus Teufen, Stein und Hundwil an die ARA Au in St. Gallen wird hier eine deutliche Verbesserung erwartet. Auch kleinere ARA wie Schmitte oder Habset wurden während der Berichtsperiode stillgelegt und an grössere Systeme angeschlossen. Diese Massnahmen tragen zur Entlastung der kleiner Vorfluter bei.

In der aktuellen Berichtsperiode wurde der Blick zudem über die klassischen Vorfluter von Abwasserreinigungsanlagen hinaus erweitert. Seit 2021 werden auch Gewässer ohne zentrale ARA im Einzugsgebiet routinemässig überwacht,  bei denen Hinweise auf zeitweise Beeinträchtigungen der Wasserqualität bestehen (z.B. Gstaldenbach bei Heiden). Damit können mögliche Ursachen und notwendige Massnahmen gezielter ermittelt werden.
Eine zusätzliche Herausforderung für die Gewässer ist der Klimawandel. Wärmere Sommer, geringere Wasserführungen und häufigere Starkniederschläge belasten die Fliessgewässer zunehmend. Beschattete Uferzonen, naturnahe Bachläufe und Revitalisierungen gewinnen deshalb weiter an Bedeutung.

Fazit
Die Langzeitentwicklung der chemischen Wasserqualität ist positiv. Viele Ausserrhoder Fliessgewässer befinden sich in einem guten Zustand. Gleichzeitig bleiben eine leistungsfähige Abwasserinfrastruktur, ökologische Aufwertungen und ein konsequenter Gewässerschutz wichtig, um sensible Gewässerabschnitte nachhaltig zu entlasten.

Kontakt: Silvan Oberhänsli, Tel. +41 71 353 65 69, E-Mail

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Statistische Erhebungen der Wasserversorgungen: Betriebsjahr 2024

Die Wasserstatistik des SVGW blickt auf eine rund 100-jährige Geschichte zurück. Heute liefert sie dank moderner Datenerhebung und Hochrechnungen eine wichtige Grundlage für Planung und Betriebsvergleiche in der Wasserversorgung. Über die Plattform «waterstatistic.ch» erfassen die Wasserversorgungen ihre Kennzahlen und schaffen damit die Basis für einen strukturierten Vergleich von Leistungen und Kosten mit ähnlichen Versorgungen sowie für eine transparente Darstellung der eigenen betrieblichen und finanziellen Entwicklung. Seit dem Betriebsjahr 2013 fliessen im Rahmen der harmonisierten Erhebung auch Daten von Wasserversorgungen ein, die nicht Mitglied des SVGW sind. Für das Betriebsjahr 2024 stellten im Jahr 2025 schweizweit 724 Versorgungsbetriebe Daten zur Verfügung. Damit werden rund 72 % der Bevölkerung der Schweiz und Liechtensteins erfasst.

Schweizweiter Verbrauchsrückgang flacht ab
Der Trinkwasserverbrauch in der Schweiz und in Liechtenstein hat sich in den letzten Jahren stabilisiert und liegt bei rund 930 Mio. m³ pro Jahr. Im Jahr 2024 nahm die bereitgestellte Wassermenge gegenüber dem Vorjahr um 1.1 % ab, während die Bevölkerung um 0.9 % zunahm.
Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch lag bei 276 Litern und damit rund 2 % unter dem Vorjahr. Auch der maximale Tagesverbrauch fiel mit 381 Liter pro Einwohner deutlich tiefer aus, was insbesondere auf den geringeren Bewässerungsbedarf zurückgeführt wird. Insgesamt wurden 2024 rund 916 Mio. m³ Wasser bereitgestellt, darunter 14 Mio. m³ Brauchwasser für die Industrie.

Situation im Kanton Appenzell Ausserrhoden
Für das Betriebsjahr 2024 haben insgesamt 13 Ausserrhoder Wasserversorgungen an der Erhebung teilgenommen: Gais, Grub, Herisau, Hundwil, Speicher, Stein, Teufen, Trogen, Rehetobel, Reute, Wald, Walzenhausen und Wolfhalden (die kursiv gesetzten Wasserversorgungen sind Mitglied beim SVGW). Diese Wasserversorgungen versorgen rund 42'000 Einwohner – das entspricht etwa 75 % der Wohnbevölkerung des Kantons.

Auch in diesem Jahr wurde für den Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Hochrechnung erstellt. Im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt fällt der Trinkwasserbedarf deutlich geringer aus: Die mittlere tägliche Wasserabgabe pro Einwohner beträgt lediglich 204 l, gegenüber 276 l im schweizweiten Durchschnitt. Auch die maximale tägliche Wasserabgabe pro Einwohner liegt mit 227 l deutlich unter dem schweizweiten Wert von 381 l/(E*d). Die mittlere Verlustrate im Verteilnetz beträgt 9.6 % und liegt damit ebenfalls unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 11.9 %, wobei die hochgerechneten Verlustraten nur eingeschränkt vergleichbar sind.

Der tiefere Wasserbedarf im Kanton lässt sich unter anderem mit der geringen Zahl wasserintensiver Industrie- und Gewerbebetriebe bzw. mit teilweise selbstversorgender Industrie erklären. Auch in der Landwirtschaft ist der Wasserbedarf vergleichsweise gering; das Verbrauchsverhalten der Bevölkerung dürfte dazu beitragen.

Ausgewählte hochgerechnete Kennzahlen für das Betriebsjahr 2024 im Überblick:

Wassergewinnung Total
Quellwasser
Grundwasser
Seewasser
Als Trinkwasser genutztes Quellwasser
Wassergewinnung aus Grundwasser
Total Fremdbezug
4'237
2'986
944
307
136
33
35
 
1'000
m3/a
 
I/(E*d)
I/(E*d)
I/(E*d)
Wasserabgabe Mittlerer Tagesverbrauch / E 204 I/(E*d)
Maximaler Tagesverbrauch / E 227 I/(E*d)
Verlustrate 9.8 %
Speicherung Anzahl Reservoire 107 -
Gesamtinhalt / E 741 I/E
Brauchreserve / E 474 I/E
Löschreserve / E 268 I/E
Netz Länge Versorgungsnetz 746 km
Länge Hausanschlussleitungen 342 km
Finanzen Mittlere Investitionen / E 95 Fr./E
Wiederbeschaffungswert / E 4'314 Fr./E
Energie Stromverbrauch für Wassergewinnung,
Aufbereitung, Förderung, Speicherung
und Verteilung pro Einwohner
0.58 KWh/m3


Diese Kennzahlen basieren auf den statistischen Erhebungen der Wasserversorgungen in Zusammenarbeit mit dem SVGW.

Kontakt: Sandra Bösch, Tel. +41 71 353 65 67, E-Mail

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Interkantonale Publikation zu Blaualgen

Blaualgen kommen natürlicherweise in vielen Gewässern vor und sind in der Regel unproblematisch. Bei einer Blaualgenblüte, also einer Massenvermehrung von Blaualgen, können jedoch beim Verschlucken grösserer Mengen belasteten Wassers Vergiftungssymptome auftreten. Besondere Vorsicht ist bei Kleinkindern und Hunden geboten. Nicht jede Algenblüte ist giftig. Ob tatsächlich eine gesundheitliche Gefahr besteht, kann nur fachlich beurteilt werden. Blaualgenblüten treten insbesondere in ruhigen, warmen Gewässern mit starker Sonneneinstrahlung oder erhöhten Nährstoffeinträgen auf (Seen, Teiche, …), vereinzelt auch in beruhigten Bereichen von Fliessgewässern.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden ist bisher keine Blaualgenblüte bekannt. Hinweise auf mögliche Blaualgenblüten während der Sommermonate können dem Amt für Umwelt (Tel. +41 71 353 65 35 oder E-Mail) gemeldet werden.

Mehrere Kantone publizieren gemeinsam ein Informationsplakat und einen Flyer. Weiterführende Informationen bietet das Amt für Wasser und Energie des Kantons St.Gallen.

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Merkblatt "Forstarbeiten am Gewässer"

Das Amt für Umwelt und das Amt für Raum und Wald publizieren gemeinsam ein neues Merkblatt zu «Forstarbeiten am Gewässer». Es zeigt die erforderlichen Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der Gewässer auf und legt dar, in welchen Fällen vorgängig eine Abklärung mit der Fischereiverwaltung notwendig beziehungsweise eine fischereirechtliche Bewilligung erforderlich ist. Das Merkblatt richtet sich in erster Linie an die Revierförster. Die Verteilung und Information erfolgen direkt über das Amt für Raum und Wald.
► zum Merkblatt

Forstarbeiten in Gewässernähe, die das Ufer oder das Gewässer nicht direkt tangieren, können in der Regel bei Einhaltung der Vorsichtsmassnahmen ohne fischereirechtliche Bewilligung ausgeführt werden. Arbeiten im Gewässer sowie das Befahren der Gewässersohle oder der Ufer erfordern hingegen grundsätzlich eine fischereirechtliche Bewilligung. Für die Gesuchstellung stellt das Amt für Umwelt ein Formular zur Verfügung. Je nach Situation können weitere Abklärungen oder Bewilligungen erforderlich sein, etwa bei Eingriffen in Grundwasserschutzzonen, bei Verklausungsrisiken oder bei Arbeiten in Amphibienlaichgebieten.
► zum Formular

Kontakt:
Fischereirechtliche Bewilligung: Amt für Umwelt, Tel. +41 71 353 65 35, E-Mail
Forstarbeiten am Gewässer: Amt für Raum und Wald, Abteilung Wald und Naturgefahren; Tel.+ 41 71 353 67 71, E-Mail

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Broschüre "Asbest geht uns alle an"

Asbest ist in Gebäuden mit Baujahr vor 1990 sehr verbreitet in unterschiedlichsten Materialien vorhanden - aber den meisten ist das nicht bewusst. Das macht den Umgang damit bei Umbau- und Sanierungsprojekten auch kommunikativ herausfordernd.

Als Hilfestellung für Fachpersonen, Behörden und EigentümerInnen haben das BAG, das Forum Asbest Schweiz FACH sowie weitere Träger gemeinsam die Broschüre «Asbest geht uns alle an» erarbeitet. Die Broschüre informiert, wo mit Asbest zu rechnen ist, warum und wann eine Schadstoffermittlung notwendig ist und zeigt, wie der Gesundheitsschutz von Bewohnerinnen und Bewohnern sichergestellt wird. Ausserdem gibt sie kurz und knapp Auskunft darüber, was für eine sichere Entsorgung zu beachten ist. Damit unterstützt die Broschüre Verantwortliche bei einer zielgerichteten, klaren Kommunikation an Betroffene. Für weiterführende Informationen enthält sie die wichtigsten Anlaufstellen.
► Zur Broschüre

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Veranstaltungen

 

In eigener Sache

Im Amt für Umwelt ergeben sich mehrere personelle Veränderungen:

Veränderungen in den Bereichen Fliessgewässer und Fischerei
Silvan Oberhänsli wird das Amt für Umwelt per 30. Juni 2026 verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Wir danken ihm bereits heute für seinen Einsatz und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.
Die Nachfolgeregelung konnte bereits aufgegleist werden.

Neue Praktikantinnen im Amt für Umwelt
Seit 1. April 2026 unterstützt Elisabeth Fliemann das Amt für Umwelt, insbesondere bei der PFAS-Bodenbeprobungskampagne. Sie ist Geografin mit Schwerpunkt GIS und verfügt über Erfahrung in Datenerhebungen, GIS-Analysen und Projektberichten im Umweltbereich.

Ab 1. Mai 2026 wird zudem Grittje Hoppe das Team als Praktikantin verstärken. Sie verfügt über einen Masterabschluss in Erdsystemwissenschaften und bringt aus ihrem Praktikum beim Amt für Umwelt Appenzell Innerrhoden bereits Erfahrung in umwelt- und gewässerschutzrechtlichen Abklärungen, Feldarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit mit.