Geschätzte Leserinnen und Leser
In diesem Jahr feiert das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz) sein 30-jähriges Bestehen. Mit seinem Inkrafttreten am 1. Juli 1996 wurde die Gleichstellung im Erwerbsleben gesetzlich verankert. Auch in Appenzell Ausserrhoden wurden wichtige Grundlagen geschaffen: Am 1. Mai 1996 trat die totalrevidierte Kantonsverfassung in Kraft, deren Artikel 6 die Gleichstellung von Frau und Mann festhält. Seit 2016 sind die Themen Gleichstellung, Integration sowie Familien-, Kinder- und Jugendförderung organisatorisch in der Abteilung Chancengleichheit des Amts für Soziales gebündelt.
Der aktuelle Newsletter richtet den Blick auf konkrete Entwicklungen und Angebote: vorgestellt werden die neue Opferhilfe-Nummer 142, Massnahmen gegen sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt sowie Sensibilisierungsarbeit zu Rassismus. Ergänzt wird dies durch alltagsnahe Impulse für Familien.
Einen Rückblick auf die Anfänge der kantonalen Gleichstellungsarbeit bietet zudem das Interview in der Rubrik «Die Person»: Judith Schläpfer, erste Präsidentin der Gleichstellungskommission, und Maya Keller, Mitglied der Gleichstellungskommission sowie Mitinitiantin des Frauenstreiks, erzählen von den frühen Jahren der Gleichstellungspolitik in Appenzell Ausserrhoden.
Eine gute Lektüre wünschen Ihnen Manuel Baumann, Evelina Brecht, Irina Wedlich, Lydia Wenger und Carina Zehnder
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Neue Opferhilfe-Nummer 142
Seit dem 1. Mai 2026 ist die Opferhilfe-Nummer 142 schweizweit und rund um die Uhr erreichbar. Geschulte Fachpersonen bieten kostenlose und vertrauliche Beratung für Menschen, die physische, psychische oder sexuelle Gewalt erlebt haben sowie für deren Angehörige. Die Nummer ersetzt keine Notrufnummern. Bei akuter Gefahrensituation wenden Sie sich an die Polizei (117) oder den Rettungsdienst (144).
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Sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt: Neues Angebot für KMU
Ein Drittel aller Arbeitnehmenden in der Schweiz hat laut einer aktuellen Studie des Bundes bereits sexistische oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Bei sexuellen Übergriffen sind Unternehmen dabei gesetzlich verpflichtet zu handeln. Vorfälle kommen oft überraschend und können Betriebe im Arbeitsalltag herausfordern. Mit «KMU konkret+» erhalten Ausserrhoder KMU konkrete Unterstützung: präventiv, praxisnah und neu auch juristisch begleitet bei konkreten Fällen. Gemeinsam mit der Gleichstellungsförderung des Kantons St.Gallen wurde das neue Unterstützungsangebot über verschiedene Branchenverbände verbreitet. Ausserrhoder KMU erhielten zudem einen Informationsbrief mit Flyer.
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Jubiläumsaktion «Es braucht Mut» – Jetzt letzte Comics abholen!
Wie erzählt man Gleichstellung spannend, verständlich und alltagsnah? Mit einem Comic. Zum 20-Jahr-Jubiläum der Fachstelle Gleichstellung wurde der Comic «Es braucht Mut» veröffentlicht. Lika Nüssli und Dario Forlin erzählen darin die Geschichte der Gleichstellung in der Schweiz und in Appenzell Ausserrhoden. Im Rahmen von 30 Jahren nationalem Gleichstellungsgesetz konnten Schulen, Bibliotheken, Jugendtreffs und weitere Institutionen kostenlose Exemplare bestellen. Das Angebot wurde rege genutzt. Die letzten Comics können weiterhin kostenlos bestellt und bei uns innerhalb von zwei Wochen abgeholt werden. Nur solange der Vorrat reicht.
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Vätergeschichten: Lesung durchführen
«Vätergeschichten» ist als langfristiges Projekt angelegt und will Väterlichkeit über persönliche Geschichten sichtbar machen, als Gegenpol zu einer problemorientierten Darstellung. Die biografischen Erinnerungen zeigen die Vielfalt von Väterlichkeit und regen dazu an, sich Zeit fürs Vatersein zu nehmen. Auch dieses Jahr unterstützt der Ostschweizer Verbund von Familien-Fachstellen FamOS die Durchführung von Vätergeschichten-Lesungen finanziell. Interessierte, die eine Lesung durchführen möchten, melden sich gern unter chancengleichheit@ar.ch
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Go Offline – keine digitalen Medien bis 4 Jahre
Frühe und lange Bildschirmzeit kann die Entwicklung von Kindern bis zum Alter von vier Jahren beeinträchtigen. Die Kampagne «Go Offline» sensibilisiert Eltern, Bezugspersonen und Fachpersonen. Der Kanton Appenzell Ausserrhoden unterstützt die Kampagne, um das Thema breiter zu diskutieren und Familien sowie Fachpersonen zu stärken. Gemeinden, Institutionen und Betreuungseinrichtungen können das Kampagnenmaterial digital beziehen und eigene Aktionen umsetzen.
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Rassismus in Zahlen und wohin sich Betroffene wenden können
Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz erneut mehr Fälle von rassistischer Diskriminierung gemeldet als im Vorjahr. Besonders betroffen sind junge Menschen und Personen mit einem Migrationshintergrund. Hier finden Sie das aktualisierte Monitoring des Beratungsnetzes für Rassismusopfer. Auch in der Ostschweiz und in Appenzell Ausserrhoden sind die gemeldeten Fälle 2025 gestiegen. Betroffene, Schulen und Institutionen können sich bei der HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung kostenlos und anonym beraten lassen.
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Sicherheit im Umgang mit Vielfalt – dank Fachinputs und Workshops
Das Angebot «Organisationen gegen Rassismus» der HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung ermöglicht, sich mit rassistischer Diskriminierung an Schulen und in Organisationen auseinanderzusetzen und Sicherheit im Umgang mit Vielfalt zu gewinnen – sei es im Rahmen eines Fachreferats, eines Workshops oder eines kurzen Inputs mit praktischen Übungen. Das kostenlose Angebot wird über das Kantonale Integrationsprogramm (KIP) finanziert, ist in Form und Dauer flexibel und kann auf lokale Bedürfnisse zugeschnitten werden.
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Rubrik «Die Person»
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Vor über 30 Jahren setzten sich engagierte Frauen in Appenzell Ausserrhoden für eine kantonale Gleichstellungsstelle ein. Zu ihnen gehörten Judith Schläpfer, erste Präsidentin der Gleichstellungskommission, und Maya Keller, Mitglied der Gleichstellungskommission und Mitinitiantin des Frauenstreiks. Im Interview blicken sie zurück auf die Anfänge der Gleichstellungsarbeit im Kanton, sprechen über Widerstände, Aufbruchsstimmung und über Gleichstellungsthemen, die bis heute aktuell geblieben sind.
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Veranstaltungshinweise
- 20.–21. Juni 2026, «IMPACT SelbstSicherheit» Verteidigungskurse für Gefahrensituationen für Frauen im Zentralschulhaus in Speicher, mehr Infos
- 6.–9. Juli 2026, MINT-Projektwoche für Kinder der 1.–3. Klasse im Werpark Gais, mehr Infos
- 12. September 2026, 10.00–12.00 Uhr: Öffentliches Referat und Workshop von Anna Miller zum Thema «Wie wir in digitalen Zeiten echte Nähe, Fokus und Verbundenheit finden», organisiert vom Elternforum Schule Speicher, mehr Infos
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Umfrage Schweizer LGBTIQ+ Panel 2026
- Teilen Sie Ihre Erfahrungen als queere oder cis-heterosexuelle Person in der Schweiz und tragen Sie damit zu Forschung bei, die die Gesundheit, Sichtbarkeit und Sicherheit von LGBTIQ+ Menschen in der Schweiz fördert. Alle Personen ab 14 Jahren können teilnehmen. Zur Umfrage
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