Unter dem Titel «Ich brauche dieses Leben» legte Werner Lutz 1979 seinen ersten Gedichtband vor. Er war damals knapp 50 Jahre alt und verdiente sein Leben als Grafiker und Künstler in Basel. Die wenigen Gedichte, die er als junger Mann in renommierten deutschen Zeitschriften publiziert hatte, fanden viel Aufmerksamkeit. Doch Lutz liess sich Zeit, hatte hohe Ansprüche an sich selbst.
Aufgewachsen in den Appenzeller Hügeln, schloss er früh Freundschaft mit der Natur. Sie lag ihm und seinen Gedichten näher als der Mensch. Das Flüchtige interessierte ihn, das Laute mied er. In kurzen und prägnanten Beobachtungen ging er den unscheinbaren Dingen nach und verdichtete sie zu Bildern und Reflexionen. Melancholie und Stille prägen diese Lyrik nicht minder als Sprachwitz und Übermut. Wie nebenbei und ganz selbstverständlich öffnet sich mit jedem Gedicht ein poetischer, vieldeutiger Raum. Der Abend bietet ein Porträt des im Appenzeller Vorderland geborenen Wort- und Bildkünstlers, der vor zehn Jahren starb.
Werner Lutz kam 1930 in Wolfhalden zur Welt. Nach der Ausbildung zum Grafiker in St. Gallen arbeitete er in einem Werbeatelier in Basel. Er begann zu schreiben, später auch zu malen und zeichnen. Wichtige Literaturpreise und eine achtbändige Werkausgabe sowie zahlreiche Ausstellungen zeugen vom Erfolg des bescheidenen Künstlers. Er lebte bis zu seinem Tod 2016 in Basel.
Büchertisch und Apéro.
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung bis zum 26. Oktober 2026 an kantonsbibliothek@clutterar.ch oder 071 343 64 21.
Martina Kuoni, Veranstalterin, Moderatorin und Literaturvermittlerin, Basel,
in Zusammenarbeit mit der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden