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Kreislaufwirtschaft und Einheitsticket im Fokus der IPBK

Die Mitglieder der IPBK in der Altstadt von Winterthur.

Die Internationale Parlamentarische Bodensee-Konferenz (IPBK) hat sich an ihrer 65. Tagung in Winterthur mit der Kreislaufwirtschaft und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion befasst. Im Zentrum der Diskussionen standen die Herausforderungen bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft sowie die Weiterentwicklung eines Einheitstickets für den Bodensee.

Vertreterinnen und Vertreter der Parlamente aus den Mitgliedsländern und -regionen der IPBK haben über Erfahrungen mit der Kreislaufwirtschaft in ihren Gebieten berichtet. Sie präsentierten erfolgreiche Projekte und gaben einen Überblick über Chancen und Herausforderungen. Diskutiert wurde insbesondere, welche Rolle der Staat bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft übernehmen soll und wie sich die bestehenden Herausforderungen grenzüberschreitend angehen lassen.

Bauwirtschaft im Fokus

Einigkeit bestand darüber, dass insbesondere die Bauwirtschaft gefordert ist, Ressourcen effizienter zu nutzen und Abfälle zu vermeiden. Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass die Menge an wiederverwertbaren Materialien heute teilweise bereits die Nachfrage übersteigt. Die Herausforderung liege deshalb weniger bei den technischen Möglichkeiten als vielmehr bei der praktischen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft.

Als besonders vielversprechend wurden die Chancen für zirkuläres Bauen in der Bodenseeregion bezeichnet. Verschiedene Delegationen verwiesen auf Bestrebungen, einen funktionierenden regionalen Markt für zirkuläre Baustoffe und Materialien aufzubauen. Gleichzeitig wurde betont, dass Kreislaufwirtschaft bereits beim Konsumverhalten beginnt. Als Leitgedanke wurde festgehalten, dass Abfallvermeidung Vorrang vor Wiederverwertung, Recycling, Abfallverbrennung und Deponierung haben soll.

Die Präsidentin der IPBK und Zürcher Kantonsratspräsidentin Romaine Rogenmoser zog zum Abschluss der Diskussion eine positive Bilanz: «Die Berichte aus den Mitgliedsregionen haben gezeigt, dass in der Bodenseeregion viel Know-how vorhanden ist. Wir werden die heute geäusserten Gedanken nun zusammenfassen und daraus eine Aufgabenstellung für die nächste Sitzung im Herbst formulieren.»

Arbeitsgruppe zum Einheitsticket legt Zwischenstand vor

Ein weiteres Thema war das geplante Einheitsticket für den Bodensee. Die IPBK hatte im Herbst 2025 beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um entsprechende Möglichkeiten zu prüfen.

Philipp Köppel, Kantonsrat aus St. Gallen, informierte über die bisherigen Arbeiten. Bis Ende Juni soll ein Konzept für ein Einheitsticket vorliegen. Die Delegierten würdigten die Fortschritte und beschlossen, den Auftrag der Arbeitsgruppe zu erweitern. Künftig sollen auch Fragestellungen zum öffentlichen Verkehr rund um den Bodensee sowie die Auswirkungen der invasiven Quaggamuschel auf die Schifffahrt und die Infrastruktur untersucht werden.

Zusammenarbeit mit der Internationalen Bodensee-Konferenz

Der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker informierte als Vorsitzender der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) über die laufenden Aktivitäten der Regierungszusammenarbeit im Bodenseeraum. Er verwies dabei unter anderem auf die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Sicherung der Trinkwasserqualität des Bodensees.

Die IPBK vereint Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus den Ländern und Regionen rund um den Bodensee. Ihr Ziel ist es, den parlamentarischen Austausch zu fördern und gemeinsame Anliegen der Bodenseeregion grenzüberschreitend zu diskutieren.

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