Im Rahmen der Untersuchungskampagne in Appenzell Ausserrhoden im Zeitraum zwischen Oktober 2025 und März 2026 haben 169 Landwirtschaftsbetriebe freiwillig teilgenommen. Untersucht wurden die eingesandten Proben von Milch und Tränkewasser. Bei 58 Betrieben wurden in der Milch Werte von über 0,02 Mikrogramm pro Kilogramm festgestellt. Dieser Wert entspricht der aktuellen Empfehlung der EU (Richtwert). Bei 9 Betrieben ohne Milchproduktion wies das Tränkewasser erhöhte Werte auf. Verbindliche Höchstwerte für Milch und Tränkewasser bestehen derzeit in der Schweiz nicht.
Die nun vorliegenden Ergebnisse des Monitorings bestätigten, dass in den Fokusgebieten im Vorder- und Mittelland mehrere Betriebe betroffen sind. Im Hinterland wurden vereinzelte erhöhte Werte festgestellt. Die Resultate deuten damit auf lokal begrenzte Belastungen hin. Diese dürften in den meisten Fällen durch den Klärschlammaustrag in den 1980er bedingt sein.
Lebensmittel sind sicher
Die Lebensmittelsicherheit ist im Kanton gewährleistet. Die bisherigen Proben bei Lebensmitteln haben keine Überschreitungen bestehender Höchstwerte ergeben. Für Milch gibt es keinen Höchstwert. Deshalb sind aktuell keine weiterführenden Massnahmen durch die Vollzugsbehörden erforderlich. Das Trinkwasser der öffentlichen Wasserversorgungen im Kanton wurde bereits im Rahmen früherer Untersuchungen überprüft und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben. Die Behörden führen weiterhin risikobasierte Kontrollen durch.
PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind langlebige Industriechemikalien, die sich in Umwelt und Organismen anreichern können. Aufgrund ihrer Eigenschaften wurden sie über Jahrzehnte in zahlreichen Produkten verwendet. Werden PFAS langjährig über die Nahrung aufgenommen, kann das negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das Wissen über ihre Auswirkungen ist aber weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Mit der Festlegung von Höchstwerten für Lebensmittel verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Belastung der Bevölkerung mit PFAS möglichst tief zu halten.
Unterstützung der Landwirtschaft
Der Regierungsrat will sichere Lebensmittel aus dem Kanton und das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten stärken. Landwirtschaftsbetriebe erhalten deshalb weiterhin die Möglichkeit, Milch und Tränkewasser untersuchen zu lassen. Besitzerinnen und Besitzer von Liegenschaften, die nicht an die kommunale Wasserversorgung angeschlossen sind, können ihre privaten Quellen zu einem vergünstigten Tarif untersuchen lassen.
Werden in einem Betrieb erhöhte Werte festgestellt, liegt es in seiner Verantwortung vertiefte Abklärungen auf dem Hof zu tätigen, um die Ursachen zu erkennen und eine mögliche Höchstwertüberschreitung in den Lebensmitteln zu verhindern. Alle untersuchten Betriebe wurden über die Ergebnisse ihrer Selbstkontrolle informiert. Betroffenen Betrieben stellt der Kanton auf deren Anfrage eine fachliche Begleitung zur Verfügung. Der Kanton baut dafür ein Angebot auf und unterstützt die Landwirte bei der Selbstkontrolle und bei geeigneten Anpassungsmassnahmen.
Bund muss Lead übernehmen
PFAS stellen ein nationales Problem mit potenziell weitreichenden Folgen für Landwirtinnen und Landwirte dar. Der Regierungsrat setzt sich deshalb gemeinsam mit der Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) dafür ein, dass der Bund in dieser Thematik den Lead übernimmt und schweizweit einheitliche, praktikable Vorgaben schafft und die Forschung stärkt.
Gemeinsam mit den Ostschweizer Kantonen nimmt Appenzell Ausserrhoden seine Verantwortung für sichere Lebensmittel wahr und bringt sich aktiv in die Koordination auf nationaler Ebene ein. Das Ziel ist, die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten zu schützen und die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe bei der Anpassung und in Härtefällen zu begleiten und zu unterstützen.
Weiter informationen sind unter www.ar.ch/pfas abrufbar.