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Ausserrhoder Baubehördentagung 2026: «Anpassung an den Klimawandel»

Die Baubehördentagung fand dieses Jahr in der Alten Stuhlfabrik in Herisau statt. Sie widmete sich der Anpassung an den Klimawandel. Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zeigten auf, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Siedlungen und Infrastrukturen hat und wie Gemeinden sowie Kanton diesen Herausforderungen begegnen können. Im Zentrum standen praxisnahe Lösungsansätze für eine klimaresiliente Entwicklung.

Rund 60 Mitglieder von Gemeindebehörden, Bauverwaltungen, Organisationen und Politik trafen sich am Freitag, 25. September 2026, in der Alten Stuhlfabrik in Herisau zur Baubehördentagung, organisiert durch das Amt für Umwelt. Eröffnet wurde die Tagung durch Regierungsrat Dölf Biasotto, Vorsteher des Departements Bau und Volkswirtschaft.

Der Klimawandel ist längst Realität und macht sich in der Schweiz durch häufigere Hitzeperioden, Starkniederschläge und weitere Extremereignisse bemerkbar. Selbst bei einer erfolgreichen Reduktion der Treibhausgasemissionen werden sich die klimatischen Bedingungen in den kommenden Jahrzehnten weiter verändern. Deshalb gewinnt neben dem Klimaschutz die Anpassung an den Klimawandel zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu berücksichtigen und Siedlungen, Infrastrukturen und Gebäude so zu planen und zu gestalten (z.B. mit Begrünungen und wasserdurchlässigen Flächen), dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher und lebenswert bleiben.

Die Anpassung an den Klimawandel ist eine wichtige Gemeinschaftsaufgabe von Gemeinden, Kanton, Fachstellen und weiteren Akteuren. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen und eine enge Zusammenarbeit können die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich bewältigt und die Lebensqualität langfristig gesichert werden. Die Gemeinden und der Kanton nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Sie sind nicht nur Bewilligungsbehörden, sondern auch Planende und Auftraggebende von Bauprojekten. Entscheidungen, die heute getroffen werden, beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Siedlungen und Infrastrukturen über Jahrzehnte hinweg.

Zum Einstieg in das Tagungsthema gab Meteorologe Felix Blumer einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bei Wetter und Klima und zeigte auf, mit welchen Veränderungen künftig zu rechnen ist. Anschliessend erläuterten Beat Fritsche vom Amt für Raum und Wald zusammen mit Michael Sonderegger vom Tiefbauamt und Fabian Rechsteiner von der Assekuranz die Instrumente von Kanton und Gemeinden beim Schutz vor zunehmenden Naturgefahren. Dabei wurde aufgezeigt, welche planerischen und technischen Möglichkeiten bestehen, um die Auswirkungen von Naturereignissen zu minimieren.

Im weiteren Verlauf der Tagung stellten Manuel Rey und Tobias Widmer vom Raumplanungsbüro ERR AG Ansätze für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung vor. Sie zeigten auf, wie Siedlungen durch eine vorausschauende Planung gegenüber Hitze, Starkregen und weiteren klimatischen Herausforderungen widerstandsfähiger gestaltet werden können. Anschliessend informierte René Glogger vom Amt für Umwelt über klimabedingte Schädlinge und deren zunehmende Bedeutung im Siedlungsraum und in der Umwelt. Im Interview erläuterte Peter Künzle, Gemeinderat in Herisau, wie klimaangepasste Gemeinden konkret aussehen können und welche Herausforderungen sowie Chancen sich dabei für die kommunale Praxis ergeben.

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