Der Kulturpreisträger 2026 Patrick Kessler wurde 1967 geboren und wohnt in Gais. Er ist im Kanton seit mehr als zwanzig Jahren aktiv als Klangtüftler, Komponist und Kurator. Seine Konzertinstallationen in verschiedenen Formationen und Projekten – z. B. das Chuchchepati Orchestra – bereichern die Musiklandschaft und machen Räume hörbar. Mit feinem Gespür für Nuancen und mit handwerklicher Präzision verwandelt er Geräusche in Erlebnisse und umgekehrt. Patrick Kessler hat das international bekannte audiovisuelle Festival Klang Moor Schopfe, das alle zwei Jahre stattfindet, ins Leben gerufen. Im östlichsten Ortsteil ausserhalb von Gais verwandelt er das Gebiet des Hochmoors "Schopfe" in ein Resonanzfeld, in dem Natur und Wahrnehmung ineinandergreifen. Dabei versteht er es auch stets, verschiedene Kulturschaffende sowie Ortsansässige miteinander zu vernetzen. Sein Engagement zeigt er darüber hinaus als Lehrer für Kontrabass an diversen Musikschulen in der Region.
Der Kulturpreis anerkennt das Werk eines Künstlers, der seit vielen Jahren professionell, multidisziplinär und experimentell arbeitet und dabei sowohl bei einer breiten Bevölkerung als auch in der Musikszene eine hohe Resonanz erzielt. Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden würdigt Patrick Kessler für sein kontinuierliches, vielseitiges und herausragendes Schaffen und zeichnet ihn mit dem mit 25'000 Franken dotierten Kulturpreis aus.
Kultureller Anerkennungspreis für den TanzRaum Herisau
Zur Verdankung besonderer Verdienste in den Bereichen Vermittlung, Pflege und Förderung der Kultur in und von Appenzell Ausserrhoden kann der Regierungsrat einen Anerkennungspreis aussprechen. Er soll – ergänzend zum kantonalen Kulturpreis – gerade auch diesen unersetzlichen Tätigkeitsbereichen eine Sichtbarkeit verleihen.
Der TanzRaum Herisau ist der dritte Träger des mit 10'000 Franken dotierten Ausserrhoder Anerkennungspreises. 2005 von der Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin Christine von Mentlen als Raum für Bewegung und Tanz gegründet, ist er heute eine spartenübergreifende Plattform. Er steht auch weniger bekannten Kulturschaffenden aus Tanz, Theater, Musik und Literatur offen. Dank der überschaubaren Grösse der Bühne und dem Engagement von Christine von Mentlen finden auch kleinere Gruppen und Ensembles die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu zeigen. Das vielfältige Kulturangebot des TanzRaums Herisau spricht damit ein breites Publikum an. Nebst den darin wöchentlich stattfindenden Tanzkursen für verschiedene Altersgruppen wird der Raum rege für Workshops, Wochenendkurse, Proben und zahlreiche weitere Veranstaltungen genutzt.
Genau das macht den TanzRaum Herisau zu einem lebendigen Kosmos für eine breite Öffentlichkeit. Er steht stellvertretend für den Wert fester Kulturorte: Sie schaffen Kontinuität, bauen Vertrauen auf und machen Kultur niederschwellig zugänglich. Christine von Mentlen hat diesen Ort über zwei Jahrzehnte geprägt und damit einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben von Appenzell Ausserrhoden geleistet. Dies verdient entsprechende Anerkennung.
Spartenübergreifendes kulturelles Schaffen anregen
Beide Ausgezeichneten sind breit vernetzt und stehen für das Kulturschaffen über die Grenzen ihrer Disziplinen hinaus. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie experimentell arbeiten und nicht nur Kultur produzieren, sondern auch in hohem Masse organisatorisch und vermittelnd tätig sind. Damit stehen sie stellvertretend für das reichhaltige und hochwertige Kulturschaffen in Appenzell Ausserrhoden.