Inhalt

Jahresprogramm 2026 der Museen im Appenzellerland: Vielfalt, Kooperationen und ausgezeichnete Museumsarbeit

Eine der 1'111 Kinderzeichnungen, die im Zeughaus Teufen in der Ausstellung «Zeichen der Zeit» gezeigt werden.

Das Jahr 2026 steht im Appenzellerland ganz im Zeichen eines vielfältigen und lebendigen Museumsprogramms. Die Museen präsentieren ein breites Angebot an Ausstellungen und Veranstaltungen für Kunst- und Kulturinteressierte, Familien, junge Museumsbegeisterte und historisch Neugierige. Die Museen laden dazu ein, sich überraschen zu lassen, Unbekanntes zu entdecken und Bekanntes aus ungewohnten Perspektiven zu betrachten.

Gemeinsame Formate und Publikumserfolge

Das im letzten Jahr lancierte kooperative Vermittlungsprojekt «Reiseziel Museum» hat Familien aus dem Appenzellerland, aus St. Gallen, Liechtenstein und dem Vorarlberg begeistert. Rund 1'000 Personen besuchten die fünf beteiligten Museen (Museum Heiden, Museum Henry Dunant Heiden, Museum Gais, Brauchtumsmuseum Urnäsch und Appenzeller Volkskunde-Museum Stein). Im Jahr 2026 stösst das Museum Herisau neu dazu. An den Sonntagen vom 5. Juli, 2. August und 6. September 2026 können Familien für einen Franken bzw. einen Euro pro Person rund 50 Museen besuchen und an kurzweiligen Familienprogrammen teilnehmen.

Das öffentliche Format «Kinderkurse im Museum» wird 2026 fortgeführt. Sieben Museen bieten von April bis Oktober Kurse für Kinder im Primarschulalter an. An einem Mittwoch- oder Samstagnachmittag erleben die Kinder während zweieinhalb Stunden das Museum auf praktische und spielerische Weise – etwa beim Draisinefahren, beim Herstellen von Süssigkeiten oder beim Kennenlernen des «Silvesterchlausens».

Am 10. Mai findet in den Museen im Appenzellerland und in der Stadt St. Gallen der Internationale Museumstag statt. Die Museen sind an diesem Sonntag von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Bereits am 17. Januar lädt erstmals die Museumsnacht Appenzell ein – eine Kooperation von Kunstmuseum, Kunsthalle und Museum Appenzell.

Auszeichnungen und Würdigungen

Gleich drei der «Museen im Appenzellerland» dürfen sich über besondere Anerkennung freuen.

Die Kinderdorfzeitschrift «Freundschaft» des Kinderdorfs Pestalozzi ist neu Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes. Die zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren von Kinderdorf-Kindern selbst gestaltete und umgesetzte Zeitschrift wird als einzigartiges Zeitzeugnis als «Memory of the World» gewürdigt.

Das Museum Henry Dunant Heiden hat seine Neupositionierung erfolgreich abgeschlossen. Die neue inklusive Dauerausstellung wurde für den «European Museum of the Year Award 2026» nominiert.

Das Appenzeller Volkskunde-Museum Stein befindet sich in einer Transformationsphase. Die gemeinsame Arealentwicklung im Dorfzentrum Stein wurde 2025 mit dem Standortförderungsaward ausgezeichnet. Ab Frühling 2026 ist das Museum wieder regulär geöffnet und sucht dafür Freiwillige, die sich einer der vielfältigen Aufgaben im Museum widmen möchten.

Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm der einzelnen Museen

Appenzeller Brauchtumsmuseum Urnäsch

Noch bis am 1. Februar ist die Sonderausstellung «Gret Zellweger – Ase ond Andersch» zu sehen, mit besonderem Fokus auf ihre Silvesterchlaus-Hauben. Zwei Jubiläen prägen das Programm 2026: Ab 21. März die Sonderausstellung «Wild. Wald. Wir. – Wildtiere und Jagd erleben» anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Patentjägervereins Appenzell A. Rh. sowie ab 30. Mai eine Ausstellung zur ausserrhodischen Frauentracht, die ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert. Beide Ausstellungen sind bis am 7. Februar 2027 zu sehen.

Museum Heiden

Im Frühling eröffnet die Sonderausstellung «Dagegenhalten. Was Bö uns heute sagt» mit Karikaturen aus den 1920er- bis 1960er-Jahren zu Politik, Antifaschismus und Antisemitismus. Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit Lehrpersonen. Die Donnerstagsvorträge werden 2026 an acht Abenden fortgesetzt, unter anderem mit Referaten zu globalen Netzwerken des Ostschweizer Textilhandels sowie zur Arbeit des Neuro-Rehabilitationspioniers Heinrich Frenkel.

Museum Gais

Am 1. Februar eröffnet eine Sonderausstellung mit Bleistiftzeichnungen von Bruno Eisenhut. Von Juni bis September werden Werke aus der Sammlung von Hermann Neff gezeigt – darunter mindestens ein «Picasso». Im Herbst (September 2026 bis Januar 2027) folgen Neurozeichnungen und Projektskizzen des Verpackungskünstlers Christo aus der Sammlung von Annamaria und Markus Murbach.

Museum Appenzell

Bis Mai 2026 ist die Ausstellung «Nachts. Von Schlafzimmern, Sternen und Laternen» zu erleben. Ab Juni 2026 widmet sich eine neue Sonderausstellung den kleinen und grossen Helfern des Haushalts. Dabei stehen Geräte und kleine Maschinen im Mittelpunkt, die die Hausarbeit nachhaltig verändert haben – vom Rührgerät «Gerda» über den Kirschenentkerner «Kernex» bis zum Staubsauger «Super Max». Die Ausstellung dauert bis Februar 2027.

Kunstmuseum Appenzell/Kunsthalle Appenzell

Alle drei Ausstellungen befassen sich mit Apparaten als Schnittstellen zwischen Technik, Körper und Gemeinschaft. Vom 3. Mai bis 25. Oktober ist eine Einzelausstellung von Calin Anoun zu sehen. Ab 15. November folgen Ausstellungen von Florian German im Kunstmuseum und Gabriela Löffel in der Kunsthalle; beide Ausstellungen dauern bis 25. April 2027.

Museum Herisau

Das Museum Herisau widmet sich 2026 der Geschichte der «Bildung in Appenzell Ausserrhoden». Die Ausstellung wird von Mai bis Dezember 2026 gezeigt und durch eine Publikation ergänzt. Zudem startet ein bis 2030 angelegter partizipativer Transformationsprozess, der die Neupositionierung als kulturhistorisches Museum im Kanton und wissenschaftliches Kompetenzzentrum für Sachkultur festigen soll.

Figurentheatermuseum Herisau

Noch bis am 26. April ist die Ausstellung «Hopsassaa Dirullalaa…» zu Adalbert Klingler, dem Pionier des Schweizer Kasperspiels zu sehen. Danach folgt im Mai eine neue Sonderausstellung zum 70-Jahr-Jubiläum des Figurentheaters St. Gallen.

Museum für Lebensgeschichten Speicher

Vom 22. Februar bis am 14. November steht das Leben und Werk von Werner Meier im Zentrum. Zum 70. Geburtstag des ehemaligen Fachlehrers für Bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Trogen zeigt die Ausstellung «Werner Meier. Dem Musischen in vielen Facetten zugetan – ein Leben in Farben und Klängen» Bilder, Skizzen, Zeichnungen, Illustrationen und Installationen sowie seine Verbindung zur Musik.

Museum Wolfhalden

Die erfolgreiche Sonderausstellung «Konsul Carl Lutz – Der stille Held, der 60'000 Leben rettete» ist auch 2026 zu sehen. Ergänzt wird sie durch eine neue Sonderausstellung zur Nachbargemeinde «Grub. Die älteste Gemeinde im Vorderland – 1475». Eröffnet werden Museum und Sonderausstellung nach der Winterpause am 3. Mai.

Velomuseum Rehetobel

Nach einem besuchsstarken Jahr 2025 entwickelt das Velomuseum ein neues Schulformat und bindet jüngere Vereinsmitglieder verstärkt in die Museumsleitung ein.

Schützenmuseum Trogen

Das Schützenmuseum ist in der Regel nur auf Anfrage geöffnet. Am Internationalen Museumstag am 10. Mai beteiligt es sich mit dem Thema «Frauen im Schiesssport». Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Kantonalen Schützenvereins Appenzell A. Rh. wird zudem eine Sonderausstellung gezeigt. Das Museum selbst feiert 2026 sein 25-Jahr-Jubiläum.

Zeughaus Teufen

Bis am 1. März ist die Einzelausstellung «Charivari» des Fotografen Charles Fréger zu sehen. Am 11. April eröffnet die Ausstellung «Café Spörri». Die Ausstellung über das legendäre Café in Teufen ist als soziales Experiment konzipiert, das die kollektive Erinnerung des Dorfes aufleben lässt, zu Debatten über die Erosion des Dorfkerns und die Zukunft der lokalen Gemeinschaft anregt. Den Abschluss bildet am 24. Oktober die Ausstellung «Zeichen der Zeit» mit 1’111 Kinderzeichnungen aus dem Archiv der Stiftung Pestalozzianum Zürich. Die Schau bietet einen über 100-jährigen visuellen Index für Themen der Pädagogik, Psychologie und Gesellschaftsgeschichte, der die Sichtweisen von Generationen von Kindern abbildet.

Zusätzliche Informationen

Kantonskanzlei

Obstmarkt 3
9102 Herisau
T: +41 71 353 61 11
Bürozeiten
07.30 - 12.00 Uhr
13.30 - 17.00 Uhr