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Programm 2026

Europäische Tage des Denkmals 2026 zum Thema «In Gefahr»

2026 rücken die Europäischen Tage des Denkmals die Gefahren in den Fokus, die unser Kulturerbe bedrohen. Gleichzeitig bieten sie die Chance, gemeinsam Lösungen zu finden zwischen Bewahren und Entwickeln. Die Denkmalpflege von Appenzell Ausserrhoden lädt Sie deshalb herzlich zu Veranstaltungen und zum Mitdiskutieren ein.

Eröffnungsveranstaltung
Freitag 11. September in Appenzell
der kantonalen Denkmalpflegefachstellen AI, AR, SG und der Stadt St.Gallen

Führungen
Samstag 12. September in Lutzenberg
Sonntag 13. September in Trogen

Eröffnungsveranstaltung in Appenzell

Eröffnung der Tage des Denkmals mit vier Kurzreferaten und Apéro

Fr, 11.09.2026 18:30–20:00
 

Die gemeinsame Eröffnungsveranstaltung der kantonalen Denkmalpflegefachstellen AI, AR, SG und der Stadt St.Gallen beginnt mit dem offiziellen Grusswort von Frau Landammann Angela Koller. Anschliessend stellt Regula M. Graf Keller, Leiterin Fachstelle Denkmalpflege und Archäologie AI, das Thema «in Gefahr» vor und zeigt auf, mit welchen aktuellen Herausforderungen und Gefährdungen die Denkmalpflege im baukulturellen und denkmalpflegerischen Kontext konfrontiert ist.

In einer Einführung über den farbigen Ratssaal durch Landesarchivar Sandro Frefel wird dessen geschichtliche Entwicklung und kulturelle Bedeutung erläutert.

Es folgt ein Fachreferat von Prof. Sandra Bühler Krebs über die Bedeutung der Baukultur für eine lebenswerte Zukunft. Sie zeigt auf, wie gute Baukultur Identität stiftet und wie es gelingt, neue Bauten harmonisch in den bestehenden Ortscharakter zu integrieren. Die von der Fachhochschule Graubünden entwickelten Instrumente dienen als wertvolle Unterstützung für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Ortsentwicklung.

Anschliessend Apéro.

 

Wo
Grosser Ratssaal
Rathaus Appenzell
Hauptgasse 6
9050 Appenzell

 

Weiterführende Informationen hier. 

Wanderung vom Rebberg über den Bunker zum Jagdpavillon in Lutzenberg

Vreni Härdi, Co-Leitung Kantonale Denkmalpflege und Andres Scholl, Abteilungsleiter Natur und Wildtiere im Amt für Raum und Wald, begleiten Sie entlang teils historischer Verkehrswege zu drei aussagekräftigen Standorten in der Gemeinde Lutzenberg. Ausgangspunkt der Wanderung ist der Bahnhof Wienacht-Tobel. Entlang des diesjährigen Themas der Europäischen Tage des Denkmals stellen sich Fragen wie: Inwiefern sind die Objekte gefährdet? Unterwegs erwarten Sie mit Kurzinputs weitere Expertinnen und Experten, mit denen Sie anschliessend ins Gespräch kommen können. Abgerundet wird die Wanderung mit einem Apéro in der Dorfhalde. Ein Shuttlebus bringt Sie wieder zurück nach Wienacht-Tobel oder nach Heiden.

Rebberg
Unterhalb des Bahnhofs Wienacht-Tobel befindet sich ein grosser Rebberg. Steinmauern sichern den Rebberg gegen das Abrutschen. Selbst in Gefahr, wegzurutschen, wird ein Abschnitt der Mauer derzeit in Zusammenarbeit mit dem Amt für Raum und Wald saniert. Der Weinbau selbst steht einigen Herausforderungen gegenüber. Über Gefahren durch den Klimawandel erzählen Adrian und Kaspar Wetli von Wetli Weinbau AG Thal, die einen Teil des Rebberges bewirtschaftet.

Bunker
Gebaut zwischen 1939 und 1941 zur Verteidigung in der Gefahrensituation des Zweiten Weltkrieges ist der Bunker im Weiler Tobel Teil eines grossen Sperr-Riegels zwischen Staad und Lutzenberg. Er ist zweigeschossig, war aber nur für zwei Personen konzipiert. Besonders ist der hochgelegene Einstieg in der Stützmauer über der Strasse. Als militärisches Denkmal steht er heute unter Bundesschutz. Er kann nur von aussen besichtigt werden, da er seit mehr als 30 Jahren nicht mehr in Betrieb und zugeschweisst ist.

Jagdpavillon
In der Gupfe – an besonderer Lage mit Blick auf den Bodensee – errichteten Elisabeth und Georg Euler-Bänziger 1850 einen Jagdpavillon. Damit rundeten sie die Neugestaltung der Dorfhalde ab, wo sie eine Stickereifabrikation führten. Im Innenraum des Baus befinden sich Fresken des Basler Kunstmalers Albert Landerer, einem Freund der Auftraggebenden. Die Bilder stellen die Schlachten am Stoss und auf der Vögelinsegg dar. Heute als Kulturgut von regionaler Bedeutung gelistet, war der Jagdpavillon lange dem Verfall preisgegeben. Hinter der derzeitigen Instandstellung steht der Verein Pro Pavillon. Die Restauratorin Julia Tanner erläutert die aufwändigen Arbeiten an den Malereien und vom Zivilschutzoffizier Matthias Wäspi erfahren Sie, wie der Zivilschutz den Erhalt von Kulturgut unterstützt.

 

Wo
Lutzenberg
Bahnhof Wienacht-Tobel
9405 Lutzenberg

Reservieren
Reservation per E-Mail:
anmeldung.denkmalpflege@ar.ch

Info

  • Am Bahnhof Wienacht-Tobel sind keine Parkplätze vorhanden.
  • Es können auch einzelne Programmpunkte besucht werden.
  • Shuttlebus: Dorfhalde 140, Lutzenberg nach Bahnhof Wienacht-Tobel: 13:30 Uhr, Wienacht-Tobel nach Dorfhalde 140, Lutzenberg: ca. 15:00 Uhr (für den Programmpunkt Jagdpavillon), Dorfhalde 140, Lutzenberg nach Heiden: 17:30 Uhr, Reservation für alle Fahrten bei der Anmeldung obligatorisch.
  • Änderungen des Programms bei Regen vorbehalten. Aktualisiertes Programm: https://ar.ch/denkmalpflege

Weitere Infos
Veranstaltungen Detail — Netzwerk Kulturerbe Schweiz

Bewegliche Kulturgüter in der Zivilschutzanlage Trogen

Führungen
14.00 Uhr und 15.00 Uhr

Die Zivilschutzanlage Hinterdorf in Trogen wurde in den frühen 1980er-Jahren als öffentlicher Schutzraum der Gemeinde erbaut. Seit 2009 wird sie als zentraler Archivraum der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden genutzt. Sie beherbergt historische Buchbestände, Manuskripte, Nachlässe, das Bildarchiv und die kantonale Kunstsammlung. Diese Nutzung funktioniert im Friedensfall. Im Falle eines bewaffneten Konflikts müssten die Kulturgüter ausgelagert werden. Die Leiterin der Kantonsbibliothek, Heidi Eisenhut, führt durch die Zivilschutzanlage und spricht von Chancen und Risiken für die Aufbewahrung mobilen Kulturerbes, das aus Text, Bild, Ton, Film und Video, Objekten und digitalen Ressourcen besteht.

Wo
Treffpunkt: Landsgemeindeplatz, 9043 Trogen

Info
Ab 20 Personen: alternierend mit der Führung im Gemeindehaus Trogen, 14–14:45 Uhr und 15–15:45 Uhr

Keine Anmeldung nötig. 

Weiterführende Informationen hier

Kulturgüterschutz: Evakuationsmassnahmen im Ernstfall am Beispiel Gemeindehaus Trogen

Führungen
14.00 Uhr und 15.00 Uhr

Das Gemeindehaus Trogen wurde 1760–1763 als Wohn- und Geschäftshaus der Textilhandelsfamilie Zellweger von Johann Ulrich Grubenmann erbaut. Der Neffe des Bauherrn, Johann Conrad Honnerlag, erwarb das mit Stuckaturen der Familie Moosbrugger reich ausgestattete Gebäude und schenkte es der Gemeinde als Pfarrhaus und für die neu gegründete Bibliothek der vaterländischen Gesellschaft. Heute befinden sich darin die Gemeindeverwaltung, die Verwaltungen der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Trogen und der Landeskirche beider Appenzell sowie Teile der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden. Das sind hohe Auflagen an den Kulturgüterschutz. Am Beispiel der Kantonsbibliothek führt Zivilschutzoffizier David Schoch ein in den Evakuationsplan im Ernstfall, die besonderen Herausforderungen, die das Gebäude bietet, und die Ausbildung von KGS-Fachpersonen im Kanton.

Wo
Treffpunkt: Landsgemeindeplatz, 9043 Trogen

Info
Ab 20 Personen: alternierend mit der Führung in der Zivilschutzanlage, 14–14:45 Uhr und 15–15:45 Uhr

Keine Anmeldung nötig. 

Weiter Informationen hier

Zusätzliche Informationen

Kantonale Denkmalpflege

Landsgemeindeplatz 5
9043 Trogen
T: +41 71 353 67 45
Bürozeiten
telefonisch erreichbar:
Montag/Dienstag und Donnerstag/Freitag
8.00 - 12.00 Uhr