Medizinische Versorgung

Was Sie bei einem Notfall unternehmen sollten, wann Sie zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen müssen und wann Sie ins Spital gehen sollten – zu diesen und vielen weiteren Fragen erhalten Sie Antworten in dieser Rubrik.

Wichtige Schnelllinks:

Wenn Sie die deutsche Sprache zu wenig verstehen, helfen Ihnen die dolmetschenden Personen von Verdi.

Alternativmedizin

Abgesehen von der Schulmedizin, werden in der Schweiz auch alternative Heilmethoden und -praktiken angeboten. Diese sind als Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin zu verstehen oder die verschiedenen Heilsysteme werden auch integrativ angeboten bzw. verwendet. Dazu gehören z.B. die Homöopathie, die Akupunktur, die Osteopathie oder die Naturheilkunde. Einige alternative Heilmethoden werden von den Krankenkassen (wenige sind in der Grundversicherung enthalten, wenn sie durch eine bewilligte Aerztin bzw, einen bewilligten Arzt ausgeführt werden) oder von den Zusatzversicherungen zurückerstattet. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung, welche Leistungen übernommen werden.

Das Appenzellerland gilt als eine besondere Heillandschaft. Seit hunderten von Jahren zieht die Naturheilkunde in Appenzell Ausserrhoden Menschen aus der ganzen Schweiz und angrenzenden Ländern an. Mit u.a. rund 260 Heilpraktikerinnen und -praktikern bietet der Kanton ein vielfältiges Angebot an Naturärzten, Heilbädern, Kurhäusern usw. Bis heute werden Heilmittel und so genannte Hausspezialitäten abgeben; eine weitere Besonderheit sind die kantonal registrierten Arzneimittel („AR-Registrierungen“), die einer Spezialbewilligung unterliegen, diese erhalten Sie z.B. in Apotheken, Drogerien und Praxen in Appenzell Ausserrhoden.

Für Fragen und weitere Auskünften bezüglich Bewilligung und Arzneimittelsicherheit ist die Fachstelle Heilmittelkontrolle zuständig.

Anonyme Hilfe

Manchmal brauchen Menschen in einer Krise sofort einen Ratschlag. Eine sofortige Hilfe gibt die Organisation Dargebotene Hand. Sie bietet per Telefon, E-Mail oder Chat kostenlose und anonyme Beratungen an. Unter der Nummer 143 kann man in Krisensituationen anrufen und mit einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin sprechen: Sie hören zu und können auch dabei helfen, wie es weitergehen soll. Die Dargebotene Hand ist eine Anlaufstelle für alle und untersteht der völligen Anonymität.

Auf dem Internet gibt es auch spezielle Beratung für Jugendliche. Eine nützliche Website ist zum Beispiel www.lilli.ch oder die Beratung und Hilfe für Jugendliche von Pro Juventute.

Manche Eltern sind mit ihrem Kind überfordert, in einer Krise oder einer belastenden Situation. Für sie gibt es die Beratungsstelle Elternnotruf. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Beim Elternnotruf ist es auch möglich, einen Termin für eine Erziehungsberatung zu vereinbaren.

Für Personen, die keine Aufenthaltsbewilligung haben und keine öffentlichen Stellen aufsuchen wollen, gibt es an verschiedenen Orten Gesundheitsversorgungsstellen für Sans-Papiers, die kostenlose Pflege und Beratung anbieten.

Impfungen

Mit Impfungen können Sie sich gegen Infektionskrankheiten schützen.

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt verschiedene Impfungen (Diphtherie, Starrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hirnhautentzündung, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B oder Humane Papillomaviren). Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt die Kosten der empfohlenen Basisimpfungen.

Kinder- und oder Hausärzte- und -ärztinnen führen die Impfungen durch. Zusätzlich können bei Reisen ins Ausland weitere Impfungen nötig sein. Sie erhalten nach dem Impfen einen Impfausweis (Impfbüchlein). Darin werden alle Ihre Impfungen aufgeschrieben. Viele Impfungen müssen nach einer bestimmten Zeit wiederholt werden. Fehlende Impfungen kann man jederzeit nachholen. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin beraten.

Kinderärzte/Kinderärztinnen

In der Schweiz gibt es neben den privaten Kinderärztinnen und Kinderärzten auch spezielle kostenlose Angebote für Schulkinder:

  • Schulgemeinden bieten einen schulärztlichen Dienst an: Der Schularzt oder die Schulärztin untersucht die Schulkinder im Kindergarten, im 4. und im 8. Schuljahr und impft sie. So können gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Schulzahnarzt und Schulzahnpflege: Ein Zahnarzt oder eine Zahnärztin untersucht die Zähne der Kinder einmal jährlich. Zudem kommt regelmässig der Zahnpflege-Dienst vorbei und zeigt den Schulkindern im Unterricht, wie man die Zähne sorgfältig und richtig putzt.
  • Schulpsychologischer Dienst: Hier erhalten Sie Hilfe bei schulischen, psychischen und erzieherischen Problemen Ihres Kindes.

Medizinische Grundversorgung: Hausärztin/Hausarzt, Spital, Apotheken

Hausärztin/Hausarzt

Hausärztinnen und Haus­ärzte sind für die medizinische Grundversorgung zu­ständig und üblicherweise die erste Anlaufstelle bei Krankheiten und Unfall. Das heisst, wenn Sie starke Beschwerden haben, gehen Sie am besten zu Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Es ist auch möglich, direkt zu einem Spezialarzt oder einer Spezialärztin (= Facharzt/Fachärztin) zu gehen (z.B. Hals-Nasen-Ohren-Arzt). Dann müssen Sie aber vielleicht lange auf einen Termin warten. Möglicherweise müssen Sie auch die Kosten selbst bezahlen. Denn viele Krankenkassen verlangen, dass Sie erst zum Hausarzt gehen. Dieser verweist Sie nachher an den Spezialarzt. Fragen Sie Ihre Krankenkasse, wenn Sie Genaueres dazu wissen möchten. Informationen zum Thema Krankenkassen finden Sie hier.

Der Gesundheitsratgeber hilft Personen, insbesondere Migrantinnen und Migranten sich im komplexen schweizerischen Gesundheitswesen zurechtzufinden – in 18 Sprachen!

Falls Sie noch keinen Hausarzt oder keine Hausärztin haben, gibt es verschiedene Wege, einen Arzt oder eine Ärztin zu finden: Fragen Sie im Freundes- und Bekanntenkreis, suchen Sie im Telefonbuch (die Ärzte sind nach Ortschaft/Stadtquartier und nach Fachgebiet aufgelistet) oder schauen Sie im Internet nach.

Hier finden Sie ebenfalls eine Auflistung von Ärzten:

Spital

Die Einweisung in ein Spital machen Haus- oder Fachärztinnen und –ärzte. Einzige Ausnahme: Bei einem Notfall können Sie direkt in die Notfallsta­tion eines Spitals gehen. Appenzell Ausserrhoden verfügt über zwei Spitäler.

Gründe für eine Einweisung ins Spital können Untersuchungen, eine Operation oder eine Therapie sein. Beim Eintritt müssen Sie Ihre Krankenkassenkarte zeigen. Spätestens ein paar Tage vor dem Eintritt erhalten Sie vom Spital per Post alle Informationen: zum Beispiel, was Sie mitbringen müssen und wie Sie sich vorbereiten können.

Apotheken

Falls Sie nur leichte Beschwerden haben, können Sie auch in einer Apotheke um Rat fragen. Dort bekommen Sie Medikamente, für die kein Arztrezept nötig ist. Apothekerinnen und Apotheker sind gut ausgebildete Fachpersonen, die Sie bei Krankheit kompetent beraten und Ihnen je nach Zustand ein Medikament empfehlen oder Sie an Ihre Ärztin, Ih­rem Arzt weiterweisen.

Notfall

Im Notfall

Brauchen Sie einen Arzt / eine Ärztin oder eine medizinische Beratung? Wählen Sie die Telefonnummer der Triagestelle 0844 55 00 55. Das Fachpersonal der Triagestelle ist für Sie da, wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin nicht erreichbar ist. Sie erhalten telefonische Beratung durch geschultes Fachpersonal.

Besteht eine aktue Lebensgefahr können Sie direkt den Rettungsdienst alaarmieren. Dazu wählen Sie folgende Nummer: 144

Notfallstation Spital

Notfälle sind akute Verschlechterungen des Gesundheitszustandes, die sofort behandelt werden müssen. In den meisten öffentlichen Spitälern gibt es eine Notfallstation, die 24 Stunden offen ist. Sie ist aber für schwerwiegende Fälle vorgesehen.

Erste Hilfe

Wenn ein Mensch in Ihrer Nähe einen Notfall erleidet (z.B. einen Unfall), ist die Erste Hilfe das Wichtigste. Dabei müssen lebenswichtige Körperfunktionen wie das Bewusstsein, die Atmung und der Kreislauf sichergestellt werden. Was genau zu tun ist, kann man in einem Kurs lernen.

In einer Notfallsituation ist schnelles Handeln wichtig. Über die Telefonnummer 144 erreichen Sie den Rettungsdienst und den Krankenwagen. Geben Sie beim Anruf folgende Informationen durch:

  • Ihren Namen,
  • von wo rufen Sie an,
  • was ist geschehen,
  • wie viele Personen sind beteiligt/verletzt,
  • was haben Sie schon unternommen?

Einen Teil der Kosten für die Ambulanz müssen die Patienten selbst bezahlen.

Notfallnummern

  • Triagestelle "Ärzte und medizinische Beratung"
  • Ambulanz / Sanitätsnotruf: 144
  • Die dargebotene Hand: 143, www.143.ch
    Die „dargebotene Hand“ ist eine erste Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dazu gehören auch alltägliche Sorgen – unabhängig von Alter, kultureller oder konfessioneller Zugehörigkeit. Die Stelle ist rund um die Uhr erreichbar.
  • Elternnotruf: 0848 35 45 55, www.elternnotruf.ch
    Der Elternnotruf ist eine Beratungsstelle für Eltern, die sich mit ihrem Kind in einer belastenden Situation oder in einer Krise befinden. Der Notruf ist rund um die Uhr (24 Stunden) erreichbar.
  • Feuerwehr: 118
  • Polizei: 117
  • Rega Schweiz: 1414 / Rega Ausland: +41 333 333 333
    Die Rettungsflugwacht Rega transportiert verunfallte und kranke Menschen mit Helikoptern und Flugzeugen. Überlegen Sie sich, bevor Sie anrufen, welches die wichtigsten Informationen sind, die der Notruf erhalten muss: Wo befinden Sie sich? Was ist passiert? Wie ist der Zustand der verunfallten Person?
  • Toxikologischer Notfalldienst: 145
    Das Tox-Zentrum gibt rund um die Uhr (24 Stunden) gratis ärztliche Auskunft bei Vergiftungsfällen und Vergiftungsverdacht.
  • Pro Juventute: 147
    Kostenlose Beratung und Hilfe für Jugendliche.

Patientenschutz und Krankengeschichte

Sie können beim Arzt, bei der Ärztin und im Krankenhaus Einsicht in Ihrer Krankengeschichte (auch Krankenakte genannt) verlangen. Darin stehen die wichtigsten Daten Ihrer Behandlung wie Untersuchungen, Diagnosen, Medikamente, Operationen und die Entwicklung der Krankheit. Niemand darf diese Informationen an andere Personen weitergeben. Weitere Informationen über Ihre Rechte und Pflichten als Patient/Patientin finden Sie bei der Stiftung für Patientenschutz.

Psychische Probleme

Psychische Erkrankungen sind echte Krankheiten. Sie sollten behandelt werden. Psychiater und Psychiaterinnen (Ärzte und Ärztinnen mit Spezialisierung auf die menschliche Seele = Psyche) oder Psychologen, Psychologinnen können Sie in solchen Lebensphasen begleiten und unterstützen. Die Psychologinnen und Psychologen suchen gemeinsam mit den Patienten in Gesprächen oder einer Therapie neue Wege. So kann die Situation verbessert werden.

Wenn Sie Hilfe brauchen, können Sie auch zuerst mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin sprechen. Er/Sie kann Ihnen eine Fachperson vermitteln. Die Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt eine Behandlung nur, wenn Sie von einem Arzt, einer Ärztin, also einem Psychiater oder einer Psychiaterin durchgeführt wird.

Alle Beratenden und psychologischen Fachleute sind an die Schweigepflicht gebunden und dürfen keine Informationen von Ihnen weitergeben.

Spitex - Pflege von zu Hause aus

Nach einem Krankenhausaufenthalt brauchen Sie vielleicht weitere Pflege. Dafür gibt es den Spitex-Dienst. Entsprechend ausgebildete Personen kommen zu Ihnen nach Hause, um Sie zu pflegen und/oder im Alltag und im Haushalt zu unterstützen. Die Kosten der Spitex werden teilweise von der Krankenkasse übernommen. Die Spitex bietet auch weitere Dienste an: zum Beispiel Fahrdienste oder Vermietung von Krücken oder Rollstühlen.

Sie können sich nicht selbst anmelden, sondern ein Arzt oder eine Ärztin muss dies entscheiden. Bevor die Spitex-Betreuung beginnt, klärt der Arzt, die Ärztin ab, was Sie genau brauchen.

Zahnarzt

In der Schweiz müssen Erwachsene die Kosten für den Zahnarzt selbst bezahlen. Ausser man hat eine Zusatzversicherung für Zahnarztbehandlungen abgeschlossen. Es lohnt sich aber, auf eine gute Zahnpflege zu achten und mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt zu gehen. Zahnschäden können so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das kostet langfristig weniger. Gesunde Zähne sind wichtig für die Gesundheit.

Informationsstelle Integration INFI

Amt für Soziales
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau

T: +41 353 64 61

infi@ar.ch

Standort

 

Kontaktperson: Evelina Brecht, Fachperson Informationsstelle Integration

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