Kulturerbe-Strategie

Appenzell Ausserrhoden hat eine Kulturerbe-Strategie. Der Regierungsrat hat sie im August 2026 verabschiedet, am 5. November 2026 wurde sie an einem Kulturerbe-Stammtisch in Trogen vorgestellt. Das Ausserrhoder Kulturerbe umfasst materielle sowie immaterielle kulturgeschichtliche Zeugnisse, die einzigartig, unersetzlich und oftmals innovativ sind. So abstrakt es klingt, so vertraut und bekannt ist das Kulturerbe. Es begegnet uns im Alltag auf Schritt und Tritt: Es sind die typischen Appenzeller Häuser, verbunden mit den entsprechenden handwerklichen Fähigkeiten, die hiesigen Traditionen, Kunst, der Dialekt der einzelnen Dörfer oder auch für unsere Lagen besonders gezüchtete Pflanzen – alles, was unseren Zusammenhalt und unser Selbstverständnis prägt und den Kanton ausmacht.


Die Strategie

Die Kulturerbe-Strategie zeigt auf, wie das Kulturerbe des Kantons künftig gezielt gestärkt werden kann. Sie verbindet rechtliche Grundlagen und klare Zuständigkeiten mit einer gezielten Unterstützung der zahlreichen Akteurinnen und Akteure sowie mit einer verstärkten Beteiligung der Bevölkerung.

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Vier Handlungsachsen

  • Rahmen: Der Kanton erfasst sein Kulturerbe, schafft die rechtlichen Grundlagen und definiert Zuständigkeiten für dessen Pflege und Weiterentwicklung.
  • Fördern: Der Kanton unterstützt die Akteurinnen und Akteure bedarfsgerecht durch Wertschätzung, Beratung, Vernetzung und finanzielle Mittel.
  • Verhandeln: Der Kanton weckt Interesse am Kulturerbe und ermöglicht der Bevölkerung, mitzubestimmen, was zum gemeinsamen Kulturerbe gehört.
  • Pflegen: Der Kanton sichert das Ausüben, Sammeln, Erhalten, Erforschen und Vermitteln des Kulturerbes – gemeinsam mit privaten und regionalen Partnern.

Erste Umsetzungsetappe

In einer ersten Umsetzungsetappe mit einem Zeithorizont von fünf Jahren werden die bisher fehlenden Rahmenbedingungen geschaffen: eine rechtliche Grundlage für das staatliche Handeln, ein Förderkonzept zur bedarfsgerechten Unterstützung der Akteurinnen und Akteure sowie ein Sammlungskonzept für das bewegliche Kulturgut in staatlichen und privaten Institutionen. In späteren Etappen sind ein Kulturerbe-Verzeichnis, eine Beratungs- und Vernetzungsstelle, partizipative Gefässe und eine digitale Plattform vorgesehen.

Wie es weitergeht

Mit der Kulturerbe-Strategie ist die Arbeit nicht abgeschlossen, sondern beginnt erst richtig. Die Umsetzung erfolgt durch das Departement Bildung und Kultur. Der partizipative Weg, der mit den Kulturerbe-Stammtischen begonnen hat, geht weiter: Die Rückmeldungen des Kulturerbe-Stammtischs vom 5. November fliessen in die weitere Arbeit ein, und es werden im Verlauf des Prozesses weitere Mitwirkungsgefässe offen stehen. Für Fragen und Anregungen steht das Amt für Kultur gerne zur Verfügung.


So ist die Strategie entstanden

Grundlage: Situationsanalyse

Im Februar 2024 hat das Amt für Kultur eine Situationsanalyse zum Kulturerbe von Appenzell Ausserrhoden vorgelegt. Diese kann hier eingesehen werden. Unter anderem wurden die Eigenheiten sowie die wichtigsten Trägerinnen und Akteure herausgearbeitet. Denn die Pflege des kulturellen Erbes erfolgt gemeinsam durch die kantonalen Kulturerbe-Institutionen (Denkmalpflege, Kantonsbibliothek und Staatsarchiv) und viele verschiedene private Trägerschaften, die bei der Bewahrung und Vermittlung eine zentrale Rolle einnehmen.

Mitwirkung an den Kulturerbe-Stammtischen

Da das Kulturerbe von der hiesigen Bevölkerung geschaffen und weitergegeben wird, sollte sie sich an der Erarbeitung der Kulturerbe-Strategie beteiligen. In der ersten Junihälfte 2024 fand deshalb ein Mitwirkungsverfahren statt: An drei Kulturerbe-Stammtischen und auf schriftlichem Weg haben sich 72 Personen eingebracht. Der Auswertungsbericht kann hier gelesen werden. Die rege Beteiligung und der kritisch konstruktive Austausch anlässlich der durchgeführten Kulturerbe-Stammtische zeigten einerseits, dass das Kulturerbe für das gesellschaftliche Leben und die Identität in Appenzell Ausserrhoden eine wesentliche Bedeutung hat, und anderseits, dass sich eine breite Bevölkerung schon längst mit viel Herzblut für ihr Kulturerbe einsetzt.

Einordnung und Verabschiedung

Ab September 2024 konnten sich Interessierte zudem online, auf dem Postweg oder per Telefon zu den bisherigen Resultaten äussern. Das Departement Bildung und Kultur hat die Erkenntnisse anschliessend unter Einbezug von Fachpersonen und Beteiligten eingeordnet und bewertet und daraus die Kulturerbe-Strategie erarbeitet. Im August 2026 hat der Regierungsrat die Strategie verabschiedet.

Vorstellung am Kulturerbe-Stammtisch

Am 5. November 2026 wurde die Kulturerbe-Strategie im Rössli Trogen vorgestellt, im selben Format, in dem sie entstanden ist: an Tischen und im Gespräch. Herzlichen Dank allen, die dabei waren und sich eingebracht haben.

Medienmitteilungen

Die bisher erschienenen Medienmitteilungen finden sich hier:

11. April 2024, 13. Mai 2024, 17. September 2024, 22. Oktober 2026

Zusätzliche Informationen

Amt für Kultur

Landsgemeindeplatz 5
9043 Trogen
T: +41 71 353 67 48