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Restatement / Übergang zu HRM2

Mit der neuen Abschreibungsthematik weisen Gemeinden, die bereits alles abgeschrieben haben, in der Erfolgsrechnung doch ein zu gutes Ergebnis aus? (01.01.2015)

Diese Feststellung ist richtig, wenn das Verwaltungsvermögen auf den 1.1. 2013 nicht neu bewertet wird. In der ersten Stufe der Erfolgsrechnung wird unter dieser Voraussetzung ein zu gutes Ergebnis ausgewiesen. Darum gibt es die Möglichkeit, das Verwaltungsvermögen aufzuwerten (Restatement) und damit die Abschreibungen in der ersten Stufe der Erfolgsrechnung wahrheitsgetreuer auszuweisen. Neubewertungen des Verwaltungsvermögens sollten ausschliesslich vorgenommen werden, wenn ohne eine Neubewertung das Abschreibungsniveau in den ersten Jahren nach Umstellung in einem Ausmass zu tief wären, das zu finanzpolitischen Fehlentscheidungen und einer falschen Beurteilung der Ertragslage führen würden.

Wann muss der Bilanzanpassungsbericht genehmigt werden? (01.01.2015)

Gemäss Art. 47 Abs. 4 nFHG wird zusammen mit der ersten Jahresrechnung nach neuem FHG dem für die Genehmigung zuständigen Organ ein Bericht über die Neubewertungen vorgelegt, d.h. im folgenden Frühjahr. Die Verantwortung für die Erstellung liegt bei der Exekutive, für die Prüfung bei der Geschäftsprüfungskommission resp. beim Revisionsunternehmen. Allen Gemeinden wird empfohlen, die Vorbereitungsarbeiten bereits im Herbst unter Beizug des Revisionsunternehmens zu beginnen.

Behandlung der Neubewertungsreserve / Empfehlung des Departement Finanzen als kantonale Finanzaufsicht (01.02.2016)

  • Die Neubewertungsreserve wird grundsätzlich als „Reservetopf“ geführt.
  • Sie darf nur verwendet werden für Wertberichtigungen des Finanzvermögens, d.h. für Bewertungsanpassungen infolge Abnahmen der Verkehrswerte des Finanzvermögens. Diese Veränderungen werden als Bilanzbuchungen vorgenommen.
  • Verkehrswertzunahmen des Finanzvermögens, die in den Rechnungsjahren 2014 und 2015 über die Neubewertungsreserve gebucht wurden, sollen darin belassen werden.
  • Wird ein Objekt zu einem tieferen Buchwert verkauft, darf der gesamte Verlust über die Neubewertungsreserve aufgefangen werden (Bilanzbuchung).
  • Ist die Neubewertungsreserve aufgebraucht, werden Buchverluste des Finanzvermögens fortan erfolgswirksam verbucht.
  • Grundsätzlich lässt unser Gesetz nur eine zweckgebundene Auflösung der Neubewertungsreserve zu. Für eine ausserordentliche Auflösung wird folgende Ausnahme zugelassen:

    • Wenn ein Objekt, das zur Bildung der Neubewertungsreserve beigetragen hat, veräussert wird, kann die Neubewertungsreserve für diesen zum Zeitpunkt des Verkaufs noch bestehenden Reservewert dieses Objektes aufgelöst werden.
    • Die Auflösung darf nur geschehen, wenn für diesen Teil der Reserve ein geeigneter Nachweis erbracht werden kann.
    • Die Auflösung hat über die zweite Stufe der Erfolgsrechnung zu geschehen (Konto 4896).

 

Zusätzliche Informationen

Amt für Finanzen

Regierungsgebäude
9102 Herisau
T: +41 71 353 61 11