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FAQ - Neuorganisation SAD

Warum wird der Schulärztliche Dienst neu organisiert?

In mehreren Gemeinden in Appenzell Ausserrhoden besteht heute kein flächendeckender Schulärztlicher Dienst mehr. Gleichzeitig bleiben die Gemeinden gesetzlich für die Organisation verantwortlich. Kanton und Gemeinden haben deshalb gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung entwickelt, um die schulärztliche Versorgung langfristig sicherzustellen.

Was ändert sich konkret ab Schuljahr 2026/2027?

Ab dem Schuljahr 2026/2027 erhalten alle Lernenden eine umfassende schulärztliche Untersuchung am Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen. Durch den Neubezug des Kinderspitals St. Gallen finden die ersten Untersuchungen ab dem zweiten Semester des Schuljahres (Februar 2027) statt.

Wer ist künftig für den schulärztlichen Dienst verantwortlich?

Die Verantwortung bleibt bei den Gemeinden. Die operative Umsetzung erfolgt jedoch in Zusammenarbeit mit dem Kanton und dem Ostschweizer Kinderspital.

Welche Vorteile bietet die neue Lösung?

Die Partnerschaft mit dem Kinderspital stellt eine hohe medizinische Qualität und fachliche Kompetenz sicher. Davon profitieren Eltern und Lernende direkt in Form verlässlicher, professioneller Untersuchungen. Gleichzeitig entsteht ein einheitliches, verlässliches Angebot für die Gemeinden. 

Was ist das Ziel der Neuorganisation?

Ziel ist eine langfristig stabile, qualitativ hochwertige und zeitgemässe Gesundheitsvorsorge für alle Lernenden.

Ist die Untersuchung kostenlos?

Ja, die schulärztliche Untersuchung am Ostschweizer Kinderspital ist für Eltern und Kinder kostenlos. Die Kosten trägt der Kanton.

Welche Kinder werden untersucht?

Untersucht werden alle Lernenden aus der 1. Klasse Primarschule sowie der 2. Klasse Sekundarschule.

Welche Rolle haben die Eltern?

Aus der Untersuchung am Ostschweizer Kinderspital kann eine medizinische Empfehlung resultieren. Die Eltern bestimmen, ob und welche weiteren medizinischen Abklärungen oder Behandlungen sie auf Basis dieser Empfehlung durchführen lassen möchten.

Dürfen die Eltern das Kind zur Untersuchung begleiten?

Nein, die Kinder werden während der schulärztlichen Untersuchung umfassend von den Lehrpersonen betreut.

Wie bereiten sich die Eltern auf die Untersuchung vor?

Ein Video auf der kantonalen Website (link) informiert kompakt über die wichtigsten Elemente der Neuausrichtung des Schulärztlichen Dienstes. Zur Vorbereitung der Untersuchung erhalten die Eltern oder Erziehungsberechtigten zudem Anfang des Schuljahres einen Informationsbrief von der Schule. Dieser enthält einen Fragebogen zur Gesundheit des Kindes. Die Eltern oder Erziehungsberechtigten legen den ausgefüllten Fragebogen und eine Kopie des Impfausweises in das beiliegende verschliessbare Couvert. Dieses geben sie verschlossen der Klassenlehrperson ab, welche es an das Ostschweizer Kinderspital weiterleitet. Die Schule hat somit keinen Einblick in diese Unterlagen.

Wie wird der Transport nach St.Gallen organisiert?

Der Transport wird zentral von den Gemeinden organisiert. Lernende werden mit Schulbussen oder dem ÖV aus den Gemeinden zum Kinderspital in St.Gallen und wieder zurückgebracht. Dabei werden die Lernenden durch Lehrpersonen begleitet und betreut. 

Wie ist der Tag am Kinderspital organisiert?

Am Tag der Untersuchung fahren die Lernenden mit den Lehrpersonen nach St.Gallen. Am Ostschweizer Kinderspital geht jeweils ein Kind in die ärztliche Untersuchung, die anderen Kinder warten bei der Lehrperson und erhalten dort eine Beschäftigung. Nach der Untersuchung erstellt das Kinderspital einen Bericht zuhanden der Eltern mit festgestellten Auffälligkeiten sowie Empfehlungen zu Behandlungen oder weiteren Untersuchungen. 

Was wird konkret untersucht?

Es werden unter anderem Grösse, Gewicht und Blutdruck gemessen. Zudem werden ein Hörtest durchgeführt und das Herz abgehört. Ein weiterer Fokus liegt auf der Untersuchung des Bewegungsapparates sowie der Fein- und Grobmotorik. Es erfolgen keine Untersuchungen im Intimbereich.

Erhalten die Kinder am Kinderspital eine Behandlung oder Impfung?

Nein, beim schulärtzlichen Untersuch erfolgen keine Behandlungen oder Impfungen.

Ist der Datenschutz gewährleistet?

Ja, der Datenschutz ist stets gewährleistet. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt. Der Umschlag mit dem Fragebogen wird verschlossen an die Ärztinnen/Ärzte des OKS weitergeleitet. Diese unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Später wird eine anonymisierte Zusammenfassung aller Resultate an den Kantonsarzt erstellt. Diese Zusammenfassung der Resultate ermöglicht das frühzeitige Erkennen von gesundheitlichen Trends und Entwicklungen aller Kinder im Kanton. Es können so auch, wenn nötig, konkreten Massnahmen zur Prävention oder Gesundheitsförderung abgeleitet werden. Der Rückschluss auf einzelne Lernende ist jedoch für den Kanton nicht möglich. 

Gibt es eine Alternative zur Untersuchung am Kinderspital?

Nein. Schulärztliche Untersuchungen können ausschliesslich im Rahmen des Projekts mit dem OKS angeboten werden. Die schulärztliche Untersuchung ersetzt die "reguläre" kinder- und/oder hausärztliche Untersuchungen nicht und schliesst diese nicht aus. Der Tarif für die schulärztlichen Untersuchungen wird ausschliesslich im Rahmen des Projekts mit dem OKS vergütet. Private kinder- und hausärztliche Behandlungen werden unabhängig davon über die OKP abgerechnet. 

Was passiert, wenn ein Kind krankheitsbedingt nicht an der Untersuchung im Kinderspital teilnehmen kann?

Kann ein Kind krankheitsbedingt nicht an der Untersuchung teilnehmen, kann ein Ersatztermin mit dem OKS organisiert werden.

Zusätzliche Informationen

Kantonsärztlicher Dienst

Amt für Gesundheit
Kasernenstrasse 17
9102 Herisau
T: +41 71 353 67 81