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Ziffernnoten
Weshalb verzichtet die Volksschule AR unterjährig auf Ziffernnoten?
Ziffernnoten verdichten komplexes Lernen stark und können die ganze Vielfalt an Leistungen und Lernprozessen nicht angemessen abbilden. Zudem zeigen sie nur begrenzt auf, wie Lernende weiterlernen können. Lernförderliche Rückmeldungen in Form von Lerndialogen, Kompetenzrastern und beschreibenden Feedbacks unterstützen Motivation, Selbststeuerung und die individuelle Förderung wirksamer.
Dadurch können Verzerrungen und soziale Selektionsmechanismen reduziert und damit mehr Chancengerechtigkeit ermöglicht werden.
Es ist zu unterscheiden zwischen einer notenfreien unterjährigen Beurteilung und dem Notenzeugnis am Ende des zweiten und dritten Zyklus.
Die Einschätzungen im Zykluszeugnis beziehen sich nicht auf einzelne Lernkontrollen, sondern bilden die Erreichung des Grundanspruchs aus dem Lehrplan ab. Diese wird in vier Kategorien (A bis D) nachvollziehbar aufgezeigt.
Weshalb gibt es keine "halben" Noten mehr?
Ganze Noten reduzieren den Eindruck von scheinbarer Genauigkeit, die pädagogisch und diagnostisch kaum haltbar ist. Eine differenzierte Aussage zur Qualität von Lernprozessen oder Lernprodukten von Schülerinnen und Schülern erfolgt mithilfe vielfältiger Formen der Leistungsbeurteilung (z.B. Skalen, Bewertungsraster o.ä.)
Fehlt Lernenden ohne Noten der natürliche Vergleich mit anderen?
Nein, Lernenden fehlt ohne Noten der natürliche Vergleich mit anderen nicht; sie vergleichen sich weiterhin informell, während die formelle Beurteilung weniger an der sozialen Bezugsnorm und stärker an individuellen und kriterialen Massstäben orientiert wird. Dies wirkt nachweislich lernförderlicher und unterstützt ein realistisch-positives Selbstkonzept.