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Beurteilung im Kontext der Kompetenzorientierung

Jedes Bildungsziel wird im Lehrplan Appenzell Ausserrhoden als Kompetenz definiert. Mit der Orientierung an Kompetenzen wird der Blick darauf gerichtet, welches Wissen beziehungsweise welche Fähigkeiten und Fertigkeiten in welcher Qualität Schülerinnen und Schüler in den Fachbereichen erwerben sollen1. Kompetenz schliesst immer auch die Performanz mit ein: Man muss es nicht nur können, man muss es auch zeigen. Das Zeigen geschieht in der sichtbaren Handlung.

Für jede Kompetenz wird der erwartete Aufbau an Wissen und Können pro Zyklus gestuft beschrieben. Der 1. Zyklus umfasst das 1.-4. Schuljahr (Kindergarten – 2. Primarklasse). Der 2. Zyklus umfasst das 5.-8. Schuljahr (3.-6. Primarklasse) und der 3. Zyklus das 9.-11. Schuljahr (1.-3. Sekundarstufe). Es wird zwischen Kompetenzen in Fachbereichen und überfachlichen Kompetenzen unterschieden. Zu Beginn des 1. Zyklus ist der Unterricht überwiegend fächerübergreifend organisiert und gestaltet. Die entwicklungsorientierten Zugänge bauen eine Brücke von der Entwicklungsperspektive zur Fachstruktur des Lehrplans. Im Verlaufe des 1. Zyklus verschiebt sich der Schwerpunkt des Lernens von der Entwicklungsperspektive hin zur Fachorientierung.

Die Beurteilung erfolgt ebenfalls kompetenzorientiert und berücksichtigt individuelle Lernfortschritte. Pro Zyklus werden im Lehrplan Grundansprüche ausgewiesen. Die Grundansprüche definieren die minimale Leistungserwartung, die die Lernenden spätestens bis zum Ende des jeweiligen Zyklus erreichen und damit die Note C erlangen sollten. Die Schule als Institution und die Lehrpersonen haben den Auftrag, das Erreichen der Grundansprüche durch geeignete Unterrichtssettings zu begünstigen.

1 LP21, S. 6

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