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Fischen in Appenzell Ausserrhoden

©Dani Luther

Das Kantonsgebiet ist in 26 Fischereireviere unterteilt, welche für jeweils 6 Jahre verpachtet werden. Aufgrund interkantonaler Vereinbarungen werden vier Grenzgewässer durch die Nachbarkantone verwaltet.

Die Fischereisaison dauert jeweils vom 1. April bis 15. September. In der übrigen Zeit ist aufgrund der Schonbestimmungen der Forellen das Fischen nicht zulässig.

Für die Pachtperiode 2017 bis 2022 sind die Reviere an einzelne Personen verpachtet. Diese können ihrerseits eine begrenzte Anzahl Jahreskarten abgeben lassen und verfügen auf Wunsch über eine beliebige Anzahl Tageskarten.

Anforderungen und Ausbildung

Wer an den Fliessgewässern in Appenzell Ausserrhoden fischen möchte und die persönlichen Erfordernisse nach eidgenössischer und kantonaler Gesetzgebung erfüllt, kann beim jeweiligen Revierpächter um eine Tages- oder Jahreskarte anfragen. Das Mindestalter für eine Jahreskartenbewilligung beträgt 18 Jahre, dasjenige für den Bezug einer Tageskarte 16 Jahre.


Sachkunde-Nachweis Fischerei (SaNa)

Seit 2009 muss schweizweit jeder Fischer, der ein Fischerpatent erwerben möchte, den Nachweis der ausreichenden Kenntnisse über Fische und Krebse sowie den tierschutzgerechten Umgang mit diesen erbringen. Dazu bietet das Netzwerk Anglerausbildung Ausbildungskurse an. Die Ausbildung zum Fischer, zur Fischerin besteht aus dem Selbststudium des Lehrmittels, dem Besuch des Ausbildungskurses (i.d.R. 1 Tag) und der Erfolgskontrolle. Mit einem erfolgreichen Kursabschluss wird dem Fischer, der Fischerin der Sachkunde-Nachweis (SaNa) überreicht.

Goldwaschen

Das Goldwaschen ist ein Hobby, welches sich immer grösserer Beliebtheit erfreut und mehrheitlich in der warmen Jahreszeit Goldschürfer an die Ausserrhoder Gewässer lockt. Als Freizeitbeschäftigung für Einzelpersonen ist Goldschürfen in unseren Fliessgewässern grundsätzlich möglich. Aus Sicht der Fischerei sind jedoch einige wichtige Grundsätze einzuhalten:


Gerätschaften

Ohne Bewilligung zulässig ist das Goldwaschen mit einfachen Handgeräten wie Waschpfanne, Schüssel und Handschaufel.

Die gewerbsmässige Goldgewinnung, das Goldwaschen mit professionellen Gerätschaften wie Goldwaschrinne, Schleuse oder mittels motorbetriebenen Pumpen und Saugvorrichtungen oder Gruppenaktivitäten sind bewilligungspflichtig. Solche technischen Eingriffe in ein Gewässer unterliegen Art. 8 des eidgenössischen Fischereigesetzes.


Schonbestimmungen 1. Oktober – 31. Mai

Während der Fortpflanzungszeit, d.h. der Laich- und Entwicklungszeit der Bachforellen, von Anfang Oktober bis Ende Mai ist Goldwaschen aufgrund der Schutzbestimmungen untersagt.

Der Kanton ist zudem befugt, bei Bedarf weitere Massnahmen zum Schutz der Fische, insbesondere der Bachforelle als potentiell gefährdete Fischart, anzuordnen.   

Bei allen Freizeitaktivitäten an Gewässern gilt: Fische und ihre Lebensräume dürfen nicht nachteilig beeinträchtigt werden. Das bedeutet insbesondere, dass Bachläufe und Uferpartien, welche der Reproduktion und dem Aufwachsen der Fische dienen, in ihrer Funktion erhalten bleiben sollen.

Fangstatistik

Jeder Fischer ist verpflichtet, über die von ihm gefangenen Fische eine Statistik zu führen. In der Statistik sind die entnommene Fischart, die Anzahl und der Stundenaufwand am Gewässer zu erfassen. Mit dieser Nennung können Angaben zur Bestandsentwicklung der Bachforellen gemacht werden.

Die Fangstatistik aller Fischer eines Reviers ist nach Beendigung der Fischereisaison - jedoch spätestens bis zum 30. November - durch den Pächter der Fischereiverwaltung einzureichen.

Detaillierte Daten und weitere Angaben zur Fischerei in der Schweiz sind auf der Webseite der eidgenössischen Fischereistatistik abrufbar.

Flusskrebse in Appenzell Ausserrhoden

In der Schweiz kommen drei Flusskrebsarten vor. Der Steinkrebs, der Edelkrebs und der Dohlenkrebs. Sie gelten als gefährdet (Edelkrebs) und gar als stark gefährdet (Stein- und Dohlenkrebs). Seit mehreren Jahren wird ein Rückgang der einheimischen Flusskrebspopulationen verzeichnet. Zerstörte Lebensräume, Gewässerverschmutzungen, invasives Verhalten der eingeführten Arten sowie die Krebspest sind dafür ursächlich. Massnahmen zum Erhalt und der Förderung der einheimischen Arten sowie zur Bekämpfung von nichteinheimischen Arten gewinnen an Bedeutung.

Steinkrebse zählen auch im Appenzellerland zu den einheimischen Arten. Generell ist zu den hiesigen Steinkrebspopulationen wenig bekannt, was künftig geändert werden soll. Diverse Beispiele haben gezeigt, wie schnell Flusskrebspopulationen – und mit ihnen stark angepasste genetische Vielfalt – ausgelöscht werden können.

In einem fünfjährigen Projekt (2020 bis 2024) sollen die Steinkrebspopulationen im Appenzellerland genauer untersucht und gefördert werden. Unter anderem sollen sich selbst erhaltende Steinkrebspopulationen durch Wiederansiedlung aufgebaut werden. Je nach Einzugsgebiet stammen die Besatztiere aus der Aufzuchtstation Mehlersweid, wo Elterntiere ursprünglich aus der Steinkrebspopulation der Schwarz (Appenzell Innerrhoden) entnommen wurden. Mit diesem Projekt macht Appenzell Ausserrhoden zusammen mit dem Nachbarkanton Innerrhoden einen ersten Schritt zum Schutz und der Förderung der Appenzeller Steinkrebse. Das Projekt wird vom Bund finanziell unterstützt.

Weiterführende Informationen:

»» Webseite Koordinationsstelle Flusskrebse Schweiz
»» Webseite Aufzuchtstation Mehlersweid Bühler
»» Broschüre Aktionsplan Flusskrebse Schweiz BAFU, 2011

Wassertierkrankheiten/Neozoen

Verschiedene Wassertierkrankheiten gefährden die Schweizer Fisch-, Flusskrebs- und Amphibienbestände. Die relevantesten sind die Krebspest bei heimischen Flusskrebsen, die Proliferative Nierenkrankheit (PKD) sowie der Wasser- resp. Fischschimmel bei Fischen und die Chytridiomykose von Amphibien. Die genannten Krankheiten können einen starken Einfluss auf das Vorkommen der jeweiligen Tiere haben.

Krebspest

Im 2019 wurden einheimische Krebse in der Sitter (SG) positiv auf Krebspest getestet. Es ist wichtig, dass auch in Appenzell Ausserrhoden alle dazu beitragen, diese Krankheit nicht zu verbreiten/verschleppen (Information über Vorsichtsmassnahmen).

Vorsichtsmassnahmen:

  • Jeder Fischer muss nach dem Fischen an der Sitter (SG) seine Geräte und Kleider desinfizieren
  • Zur Desinfektion von Stiefeln, Feumer usw. kann z.B. VirkonS verwendet werden
  • Beim Fischen von oben nach unten gehen, damit die Krebspestsporen nicht flussaufwärts transportiert werden
  • Beim Gewässer-Wechsel: Material wechseln, desinfizieren oder vollständig abtrocknen lassen und bei 25 Grad Celsius lagern (Sporen sterben innert 24 Stunden)

Weitere Informationen:
»» Infoblatt KFKS/SCES
»» Link Tierseuchenverordnung (zu bekämpfende Tierseuche)


Fischschimmel / PKD (Proliferative Nierenkrankheit)

Im Rahmen der Untersuchung "Nachweis von Wassertierkrankheiten mit Hilfe der sogenannten Umwelt-DNA (eDNA) Methode aus Wasserproben" konnten an den zwei Messstellen Glatt Zellersmüli und Urnäsch Kubel Wasser- bzw. Fischschimmel festgestellt werden. Zudem wurde in der Urnäsch (Kubel) die PKD nachgewiesen. Es soll darauf geachtet werden, dass die PKD nicht verbreitet wird (z.B. keine Fische umsetzen).

Weitere Informationen:
»» Infoblatt PKD (FIBER - Fischereiberatung)
»» Link Tierseuchenverordnung (zu überwachende Tierseuche)


Chytridiomykose

Die Chytridiomykose ist eine gefährliche Pilzerkrankung bei Amphibien. Sie ist mitverantwortlich für das globale Amphibiensterben. Generell sind Arten infiziert, die viel Zeit im Wasser verbringen.

»» Link auf Webseite KARCH (Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz)


Quaggamuschel

Die invasive Quaggamuschel - eine aus dem Schwarzmeerraum stammende Süsswassermuschel - breitet sich seit 2015 in den Schweizer Gewässern (vor allem Seen/stehende Gewässer) aus. Es ist mit Schäden an der Infrastruktur, für die Ökologie, die Fischerei sowie für Freizeitnutzung und Tourismus zu rechnen. Um eine Verschleppung in noch Quagga freie Gewässer möglichst zu verhindern, empfiehlt das BAFU, rasch Massnahmen gegen die Muschel zu ergreifen.

Weitere Informationen:
»» Faktenblatt der IGKB
»» Link zur BAFU Themenseite Quaggamuschel

Zusätzliche Informationen

Amt für Umwelt

Kasernenstrasse 17A
9102 Herisau
T: +41 71 353 65 35